Einkaufen mit Kindern und der Vollidiot

Tja, meine LiebenRücksichtslosigkeit war gestern. Ich habe wirklich nicht geglaubt, dass man das noch toppen kann, aber es geht. Und das ohne Wenn und Aber…. Einkaufen mit Kindern ist wahrlich eine Challenge – aber nicht wegen der Lieblinge. 

Doch fangen wir bitte ganz vorne an und drehen die Zeit à la Marty McFly um eine Woche zurück. Wir haben Ferien und wir müssen sie „schließlich“ auch genießen. Wir malen, zeichnen, kuscheln und lesen. Kurz vor dem Mittagessen sollten wir jedoch noch ins  Lebensmittelgeschäft, uns fehlen ein paar Zutaten – Spaghetti Bolognese schmecken halt ohne Tomaten nicht so wirklich gut und ein Salat braucht eben auch einen Essig, ansonsten kann ich es nachvollziehen, wenn meine Lieblinge behaupten, dass er ihnen nicht zusagt. Mhhhhm!

Sodala. Nach dreizehn verschiedenen Stylingwünschen sind wir dann endlich im Geschäft. Tja,  ich habe mittlerweile dazugelernt und nehme vieles relaxter – vielleicht bin ich aber wegen der freien Tage oder der ausgezeichneten Frühstücksflocken auch einfach nur gut drauf. Am Anfang zumindest. Sogar das achte NEIN geht mir mit einem Lächeln über die Lippen, es stört mich auch nicht, mit der kleinsten Maus und der übervollen Einkaufstasche im Geschäft fangen zu spielen und ihr hinterherzurennen. Wir haben keinen Stress und lassen uns nicht stressen.

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Einkaufen mit Kindern: Bei der Kasse

So weit, so gut. Nicht einmal der Kassenbereich bringt mich aus der Ruhe – ich weiß nicht, welches Mittel heute in den Frühstücksflocken war, aber es wirkt! 😉 Die zwei großen Mäuse stehen brav bei mir, helfen mir sogar, die Lebensmittel aus meiner Tasche auf das Förderband zu legen. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie ihr heiß geliebtes Joghurt bekommen haben. Die kleinste Prinzessin will auch helfen, kommt aber nicht hinauf, sie jammert ein wenig, ich beruhige sie, sie  greift kurz nach ein paar Süßigkeiten, sie lässt sie allerdings sofort wieder los.

Hinter uns stellt sich hektisch ein Mann an. Ich denke mir anfangs nichts dabei. Auch nicht, als er näher und näher kommt. Er gibt seine Sachen ebenfalls aufs Band und währenddessen wird der Abstand zwischen ihm und uns immer geringer. Im Grunde stört mich Nähe ja nicht, ich habe alles andere als Platzangst – doch es gibt Unterschiede zwischen nah und nah. Als ich mich kurz umdrehe, blicke ich direkt in die Nasenlöcher des Mannes und könnte seine Nasenhaare zählen. Und glaubt mir, das ist nun wirklich nah. Ich lasse mich aber noch immer nicht irritieren, gebe mir kurz sogar selbst die Schuld daran, da wir ohne Einkaufswagen oder besser ohne Platzhalter unterwegs sind.

Meine Lieblinge sehen das schon anders, sie flüchten nach vorne Richtung Kassiererin. Sie schauen irritiert. Es geht aber noch weiter. Da wir ja, wie schon gesagt, keinen Wagen haben, können wir ihn auch nicht direkt vor die Kassenfläche hinstellen. Ich stehe also mit meinen drei Mädchen und einem Sack dort und räume die Lebensmittel ein. Eigentlich möchte man meinen, dass der Platz damit voll wäre, ist er aber nicht: Der liebe Herr tappt um die Ecke und steht neben uns. Ich sehe – im Prinzip noch immer gut gelaunt – kurz auf, lasse mich nicht beirren. Anders meine Kinder, die zwei großen schauen ihn eingeschüchtert an und die kleinste Maus flüchtet zur Kassiererin hinter die Kasse. Und was macht der Herr? Er erkennt seine Chance beziehungsweise weitere 20 Zentimeter und kommt noch einen Schritt näher.

Weg ist die gute Laune

Schön langsam verfliegt meine gute Laune. Er tut, als ob wir nicht da wären und drängt zur Kasse. Als er dann das fünfte Mal bei mir ankommt und mich anrempelt, platzt mir der Kragen. Die Happy-Peppy-Zeit ist vorbei, die Wirkung der Frühstücksflocken lässt nach – ich sehe ihn an und puste mich auf: „Entschuldigen Sie, merken Sie nicht, dass wir hier stehen?“ Entsetzt sieht er mich an, damit hat er nicht gerechnet. „Ich habe es eilig“, erklärt er mir. „Schön und gut, ich auch manchmal. Dennoch stelle ich mich nicht auf andere Leute drauf“, sage ich ihm.

Für mich war es damit abgetan, ich zahle und denke mir: „Vollidiot!“ Doch das ist noch nicht alles. Als meine drei Schätze und ich das Geschäft vollbepackt verlassen, müssen wir improvisieren und den besten und sichersten Weg zum Auto finden. Quer vorm Laden und mitten am Zebrastreifen steht nämlich ein nagelneues rotes BMW-Cabrio. Jetzt nichts gegen BMW, aber das Auto ist einfach fehl am Platz. Und was glaubt ihr, wer an uns vorbei drängt, sich hastig ins Auto setzt und laut und protzig davon düst. Ja, der liebe Herr.

„Mama, das ist wirklich ein böser Mann“, sagt mein mittlerer Sonnenschein. Immerhin… Ich hätte ihm jetzt zwar am liebsten laut das Wort Vollidiot nachgeschrien, tu es aber nicht und freue mich über die Wortwahl meines Schatzes. Weiteres erübrigt sich nämlich. Sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

In diesem Sinne meine Lieben, frage ich mich wirklich, warum manche Leute so sein müssen? Ist das in den Genen oder kommt es erst später?
Dennoch versuche ich, für meine Schätze und mich immer das Positive herauszunehmen und erkläre meinen Kindern, dass man sich so nicht zu benehmen hat. Ich hoffe, es hilft… Kennt ihr dieses Leute auch?

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PS: Details über mich, das Alter meiner Mädis, den Mama Blog MamaWahnsinnHochDrei etc. findet ihr hier.

4 Comments
  • Kathrin S.
    Posted at 22:54h, 22 Februar Antworten

    Oje, das klingt wirklich fies!
    Ich wäre ziemlich wahrscheinlich laut geworden. Ich kann Nähe von Fremden überhaupt nicht ab. ????????????
    Unmöglich der Typ! ????

  • Phinabelle
    Posted at 10:22h, 23 Februar Antworten

    Argh, solche Leute gehen gar nicht. Hatten wir letztens auch. Ich dachte, er will mir auf den Rücken springen. Und sein Geruch…nein, eher Gestank ! Ich habe dann aber gesagt, dass es auch nicht schneller geht, wenn er gleich auf mich springt. Dann war er derjenige, der irritiert war 🙂 Ich mag Nähe auch, aber Fremde sollten doch bitte einen Mindestabstand einhalten 🙂
    Liebe Grüße, Berenice

  • Isabell Espig
    Posted at 11:40h, 23 Februar Antworten

    Respekt, dass du sooo lange deine Nerven behalten hast! Mir wäre schon am Kassenband der Kragen geplatzt. Hinzu kommt ja noch, dass man als Muttertier seine kleine Herde beschützen will. Zur Not, fährt man dann auch mal die Krallen aus!
    Was für ein Trottel!

  • Karin M.
    Posted at 21:41h, 23 Februar Antworten

    Das klingt wirklich übel. Ich kann mich da auch ziemlich ärgern. Schön, dass du angesichts der ärgerlichen Situation noch die Energie aufgebracht hast, deinen Mäusen da noch was Wertvolles mitzugeben. 😉 Immerhin!

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