Stillen oder abstillen? Ich habe lange darüber nachgedacht, diesen Beitrag zu schreiben. Es handelt sich dabei für mich um ein sehr persönliches Thema und jede Mama macht es anders. Für jede Mama, für jedes Kind gibt es ein anderes Richtig. Niemand ist gleich und niemand liebt, wenn er stillt oder länger stillen will, sein Kind deshalb mehr oder weniger – dessen müssen wir uns alle von Anfang an bewusst sein. Nach einem längeren Hin und Her habe ich mich aber bewusst für diesen Text entschieden, ich erzähle euch unsere Geschichte und verrate, wie es bei uns war. Ich würde es bei einem fünften Kind nicht anders machen wollen. Tja, und ich hoffe, damit nicht zur Angriffsfläche zu werden (we know….), sondern vielleicht sogar die eine oder andere Mutter zu bestärken, sich nicht irritieren zu lassen und auf ihr Kind und sich zu hören. Ja, bewusst auf BEIDE…. Und weg mit dem schlechten Gewissen! 

Ambivalent …

Offen gestanden, bin ich nämlich – was das Stillen und Abstillen betrifft – ein bisschen zwiespältig. Ich habe immer sehr gerne gestillt und diese Momente von Anfang an mehr als nur genossen, ich bin aber im Gegenzug auch wiederum unendlich dankbar dafür, dass jetzt mein Körper nach neun Monaten Schwangerschaft und neun Monaten Stillen wieder mir alleine gehört! Ein befreiendes Gefühl macht sich aktuell breit.

Findet ihr das ambivalent? Es kommt richtig zwiespältig, keine Angst. Ich bin nämlich keinesfalls eine auf-Biegen-und-Brechen-Stillen Mutter, aber wiederum die Mama, die das nächtliche Stillen und intensives Kuscheln der im-Halbschlaf-Fläschchen-Zubereitung vorzieht, wenn es funktioniert vorausgesetzt. Noch nachvollziehbar?

Hier eine kurze Ausführung, dann könnt ihr mich vielleicht besser verstehen: Beim Herzensbuben hatte ich am Anfang im Krankenhaus (noch) zu wenig Milch, er schrie viel, war bereits hungrig und brauchte einfach mehr. Ohne schlechtem Gewissen, Bedenken oder Ängste hat er dann auch die Pre-Nahrung bekommen, ich war mir nämlich sicher und hatte das Vertrauen in uns beide, dass es zu einem späteren Zeitpunkt klappen würde. Bei meinem ersten Liebling war dieser spätere Zeitpunkt erst nach fünf Wochen – ja, die Prinzessin bekam fünf Wochen lang Muttermilch und das Fläschchen. Schlussendlich nahm sie in einer Woche einen Kilo zu und der Arzt meinte: „Es wäre besser, wenn sie jetzt nur noch stillen…“

Beim kleinen Mann und bei den anderen Mädchen ging es dann freilich viel, viel schneller – aber jeder Schatz hatte sein eigenes Tempo. Tja, und obwohl alle anfangs im Krankenhaus das Fläschchen bekamen, hatte niemand eine Saugirritation. Wichtig ist nur, und ich weiß, dass ist jetzt leichter gesagt, als getan, dass man sich in dieser Phase nicht verwirren lässt, man muss dem Bauchgefühl vertrauen. So wohl den kleinen Mann als auch die Mädchen habe ich im Anschluss – als alles funktioniert hat und genug Milch da war – zirka vier Monate lang ausschließlich gestillt. Wenn es geht, ist es super und wirklich eine einzigartige, wunderbare Sache, wenn nicht, darf man sich keinesfalls verrückt machen lassen.

abgestillt Mamawahnsinn

Das Fläschchen am Abend

Ähnlich ging es dann bei allen vier Sonnenscheinen weiter. Als ich merkte, dass meine Kinder noch mehr brauchten – das war bei allen vier Schatzis ein bisschen zeitversetzt, aber ungefähr mit vier Monaten – bekamen sie am Abend vor dem Einschlafen noch ein Pre-Fläschchen mit Reisflocken. Ansonsten wurden sie ausschließlich gestillt.

Tja, und wie merkte ich, dass sie mehr brauchten? Ich beobachtete meine Kinder, ich beobachtete mich. Die Mädchen wachten beispielsweise im 2-Stundentakt auf und wollten trinken. Der Herzensbub schlief wiederum sehr schwer ein – ich stillte von 19 bis 22 (…) Uhr, er weinte und wollte zu Mitternacht wieder an die Brust, weiter ging es um 2 Uhr, um 4 Uhr, …. Sorry, aber nach einer Woche schaffte ich es nicht mehr. Ich konnte mich nicht am Tag relaxt um alle Kinder kümmern und gleichzeitig nächtens stündlich stillen. Hut ab, wer das zusammenbringt! Für Tees und milchfördernde Maßnahmen war ich einfach zu müde. Alle vier Lieblinge schliefen mit dem Fläschchen dann wieder mehr oder weniger länger – in der Nacht stillte ich sie natürlich wieder, allerdings nicht mehr so oft.

So ging dann die Beikosteinführung Hand in Hand. Ab dem fünften Monat wurde nach und nach eine Muttermilchmahlzeit mit einem Essen oder besser einem Brei ersetzt. Freilich zuerst nur mit ein paar Bissen, später mehr. Mit zirka einem halben Jahr oder vielleicht sieben Monaten stillte ich meine Kinder schlussendlich nur noch ein- bis zweimal in der Nacht sowie in der Früh.

Komplett abgestillt

Jetzt interessiert euch vielleicht, wann ich dann komplett abgestillt habe? Ein Zeichen für das komplette Abstillen war für mich bei allen vier Schatzis das Durchschlafen, mehr oder weniger halt…. Sobald sie durchschliefen, bekamen die Kleinen nur noch in der Früh die Brust. Den jungen Mann stillte ich wegen der Orient-Kreuzfahrt bewusst etwas länger, da mir das während dieser großen Reise für ihn wichtig war und ich mich wohler dabei fühlte. Als wir dann allerdings wieder zu Hause waren, habe ich endgültig abgestillt.

Wacht er zwischenzeitlich dennoch in der Nacht auf, bereite ich ihm ein Fläschchen zu. Das ist seit dem großen Abstillen vielleicht dreimal vorgekommen und demnach machbar. Und wie schon eingangs gesagt, so sehr ich es genossen habe, meine Lieblinge zu stillen, sie so wachsen zu sehen, so sehr bin ich auch froh, meinen Körper endlich wieder für mich zu haben. Ich kann Chilli essen, ich kann ein oder mehrere Gläser Wein trinken, nicht, dass ich vor habe, Alkoholiker zu werden, aber nach so langer Zeit tut es schon gut… ;-)

In diesem Sinne bleibt mir nur eines zu sagen: CHEERS auf uns Mamas! Auf alle Mamas! Ob stillen und/oder Fläschchen – wir alle geben unser Bestes! Und bitte, nicht irritieren lassen! Beim einen geht’s, beim anderen nicht. Beim einen früher, beim anderen später oder auch nie. WHO CARES?
Ich bin beispielsweise ein ausschließliches Fläschchen-Kind. Meine Mama liebt mich deshalb um nichts weniger und ich sie bestimmt auch nicht! <3
So, und nun interessiert mich bitte brennend eure Geschichte – wie war es bei euch? Denn wie gesagt, für jede Mama gibt immer ein anderes Richtig und Anderes hat vielleicht besser funktioniert.

 

PS: Details über mich und meinen Mama Blog etc. findet ihr hier.