Wir schreiben 2015. Reiselust statt Windelfrust – der Alltag hat uns nach unserem Türkei-Trip wieder. Gestern habe ich endlich die Sneakers und  die Boy Cut Jeans in die Ecke geworfen,  ich war mit meinem Chef und einer lieben Kollegin bei einem Vorstands-Meeting. Ich LIEBE meine Mädis (jetzt wirklich fast 5, bald 3 ¾ Jahre und schon beinahe 8 Monate) über alles, aber ein bisschen (geistige) Abwechslung tut gut! Mein Job hat mir schließlich immer Spaß gemacht. Kurz zur Info: Ich bin im Marketingbereich* einer größeren Kärntner Bank mit VIEL Tradition. Und NEIN, es ist nicht die Anadi Bank.

Mama arbeitet – der Weg ist weit..

AAB, AAC, AAD, … Doch die Zeiten haben sich für mich in den letzten 5 Jahren nicht nur bankentechnisch (viel mehr Hürden bei der Werbung) geändert. Aufgrund meiner 3 Schätze bedeutet für mich der Weg zu einer Besprechung nicht mehr, ich muss von A nach B. Es schieben sich zusätzlich noch AAB, AAC, AAD, … ein. Und weil ich scheinbar echt einen Hang zum Größenwahn  habe, nehme ich natürlich auch noch meine liebe Nichte (11 Jahre) und meinen Stritzi-Neffen (9 Jahre) mit.

Ihr könnt‘ euch sicherlich vorstellen, dass es mich gestern dementsprechend gezaubert hat – ich habe jongliert, balanciert und irgendwie hat es dann doch funktioniert. Abgelaufen ist es so:  Mein Baby-Mädi ist der beste Wecker, schnell stillen & ab ins Bad. Schminken und stylen in Rekord-Zeit, gleichzeitig wird der kleine Sonnenschein irgendwie gewickelt und umgezogen – schon tappt der große Augenstern herein und ist hungrig (jetzt schon??). Sie will ein Spiegelei. Ich vertröste sie ein bisschen, denn fürs Frühstück ist bei uns dankeswerterweise mein Göttergatte zuständig, das kann er eindeutig besser. Spiegelei gibt es trotzdem keines – die große Prinzessin will daraufhin zu ihren besten Freundinnen L & C ziehen. Während ich ihr und unserer mittleren Maus die Haare frisiere und zöpfe, überrede ich sie dann, bei uns zu bleiben. Das natürlich – pädagogisch nicht sehr wertvoll – mit dem Frühstücksbrot im Mund. Im Anschluss ziehen sich die 2 Größeren mehr oder weniger alleine an. Da die Styling-Wünsche manchmal sehr außergewöhnlich sind, berechne ich eine Diskussionszeit von  10 Minuten ein – und das obwohl wir am Vorabend alles hergerichtet und besprochen haben. Ich liege mit dem Puffer recht gut, nur so viel: Glitzer-Ballerinas sind seit Mitte Jänner der Dauerbrenner.

Das Outfit und Co.

Ich selbst habe schon dazugelernt und vervollständige mein Outfit bei der Haustüre, kurz vorm Verlassen des Hauses. Ich ziehe mir erst dort den Oberteil an; nur so weiß später niemand, was meine Kinder gefrühstückt haben. UND EEEEENDLICH: Rein in die HighHeels. Die erste Challenge habe ich bestanden.

Mama arbeitet, weiter geht es: Alle 3 Mädis und alles (Kinderwagen, das pinke Fahrrad, den Roller, 2 Helme,  3 x Reserve-Gewand, Windeln, Feuchttücher, natürlich auch meine überfüllte Handtasche und das Notebook) ins 4-rädrige Zimmer-Küche-Kabinett. Im Anschluss hole ich meine Nichte und meinen Neffen ab – dann fahren wir  zu meinen Eltern, die mir die Schätze dankenswerterweise abnehmen. Dort werden alle und alles  wieder aus- beziehungsweise abgeladen. Nach einer ausführlichen Erklärung – wem was gehört und wer was wann braucht – steig‘ ich wieder ins leere Auto.  Ein komisches Gefühl .

Pippi-Musik. Es folgt der Weg zur Arbeit, das natürlich bei Pippi-Langstrumpf-Musik – CD-Wechsel und Parkplatzsuche laufen parallel ab. Zeit zum Ärgern über die verpasste Chance, mal die eigene Musik hören zu dürfen, bleibt nicht viel. Soweit so gut – schnell im Laufschritt hinein in die Hauptzentrale der Bank, hinauf in den 2. Stock zum Vorstand und dann ENDLICH: Das Meeting. Mein Chef wundert sich bestimmt, warum ich nach dem Urlaub nicht so erholt aussehe, meiner lieben Kollegin brauche ich nur kurz zuzunicken und sie weiß Bescheid – sie hat selbst 2 süße Mädis daheim.

Und obwohl es zwischen A und B jetzt einen mehr oder weniger langen Umweg gibt, macht es mir dennoch Spaß! Es war ein spannender abwechslungsreicher und wirklich interessanter Vormittag! Den Nachmittag könnt‘ ihr euch ähnlich vorstellen – ich hatte im Zuge eines Ausbildungsprogrammes noch eine Fortbildung.  Die Kinder & den Krimskrams habe ich in der Zwischenzeit natürlich abgeholt & nach Hause gebracht, wo eine liebe Freundin schon vor der Türe gewartet und die Mädis übernommen hat…

In diesem Sinne – egal ob im Büro, Geschäft oder zu Hause: Buon lavoro, meine Lieben! Mama arbeitet… 

* Bis September bin ich noch der Freigeist der Abteilung, ich nehme hauptsächlich an Besprechungen  teil. Gleichzeitig absolviere ich ein internes Ausbildungsprogramm. Danach ist es wieder vorbei mit der „Schonfrist“.