Darf man heute noch Hausfrau sein?

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„Darf man heute noch Hausfrau sein?“ Eine sehr heikle Frage – nicht nur für mich. Schließlich sind wir alle verschieden, leben unterschiedlich, haben andere soziale Netzwerke, verschiedenste Ausbildungen und Berufe. Dennoch hat mich die liebe Sonja von Sonjas besondere Welt in einer E-Mail gebeten, zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Und ich mache es gerne – vor allem auch deshalb, weil ich in meinem 6-jährigen Mamasein beide Seiten kennenlernen durfte.

Ob Hausfrau oder Working-Mom, diese gewissen ins Schwarze treffenden Fragen wird es immer geben. SO oder SO – vom ehemaligen Chef der eigenen Mutter oder der Nachbarin, sie kommen zwangsläufig. Bleibt die Mama daheim und kümmert sich um die kleinen Lieblinge und den Haushalt, heißt es: „Was? Wie kannst du, deine Karriere!!! Ist dir nicht langweilig? Was machst du den ganzen Tag? Was tust du, wenn dich dein Mann verlässt?“ And so on…

Umgekehrt ist es um nichts besser, dann sieht es so aus: „Du hast drei Kinder und arbeitest 30 Stunden? Geht das? Kommen die Kids nicht zu kurz?“ Mit diesen Fragen werde auch ich häufig konfrontiert. Doch ja, ich kann alle beruhigen, es funktioniert – irgendwie klappt es halt. Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich manchmal ziemlich jongliere, aber im Grunde läuft es dank der tollen Netzwerke. Das ist für uns alle unser Weg. Ich liebe es, mit meinen Kindern Steine zu suchen, zu bemalen, Bücher vorzulesen, zu basteln oder einfach nur zu knuddeln – doch Hausfrau-Sein bedeutet nicht nur, sich unentwegt mit den Kindern zu beschäftigen. Wir wissen es selbst…

Und Achtung, es war bei mir auch nicht immer so. Nach dem ersten Liebling wäre es für mich nie und nimmer vorstellbar oder möglich gewesen, gleich wieder in den Berufsalltag einzusteigen. Ich wollte nicht von Termin zu Termin hetzen, Konzepte erstellen, Eröffnungen organisieren oder Marktforschungen beobachten. Insgeheim war ich sogar sehr froh, dass ich erneut schwanger wurde. Ich habe die Zeit genossen, jede Sekunde ausgekostet. Und daneben (für meine Verhältnisse) ziemlich perfekt den Haushalt geführt.

Mit dem zweiten Schatz ging es mir ähnlich. Neben den Kids räumte ich X-mal das Wohnzimmer auf, kochte die verschiedensten Menüs, saugte gefühlte fünfmal (pro Stunde) den Boden und putzte die Fenster, wo sich immer wieder aufs Neue kleine Fingerabdrücke fanden. Doch als die zwei süßen Zuckerschnecken dann ein beziehungsweise zwei Jahre alt wurden, dachte ich immer öfters an meine Arbeit. An die Zeit davor. An das Selbstbestimmt-Sein. An das Alleine-Entscheiden, wann du was machst. Es muss nicht immer und andauernd sein, aber manchmal tut es richtig gut. Und ehrlich, neben den Kindern geht das nicht, zumindest neben meinen Lieblingen halt nicht. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal alleine auf die Toilette gehen. Diesen „Luxus“ brachte erst wieder die Arbeit mit sich.

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Als die damals jüngste Maus 16 Monate alt war, beendete ich also meine zweieinhalbjährige Jobabstinenz. Und irgendwie war es für meinen Mann und mich von Anfang an klar, dass ich nach dem dritten Kind ebenfalls nicht daheim bleibe. Auch wegen unseres tollen Netzwerkes tat sich diese Frage nie auf.

Netzwerk. Während ich jetzt zwei ganze Tage und zwei Vormittage in der Arbeit bin und somit kurz selbstbestimmt sein darf, gibt es großartige Großeltern, wundervolle Tanten, eine entzückende Tagesmutter sowie liebe Kindergärtnerinnen, die unsere ganze Familie und meine Kinder bereichern. Viele liebe Menschen, bei denen sich meine Lieblingsmenschen geborgen fühlen und mit denen sie wunderbare Dinge unternehmen. Klar, die sind nicht die Mama, aber sie sind ein Mehrwert für uns alle. Und wenn ich zu Hause bin, versuche ich, mich meinen Schätzen zu widmen. Ich lasse die Wäsche tatsächlich manchmal Wäsche sein, mache wirklich nur das Notwendigste. Mein Göttergatte unterstützt mich sehr und einmal pro Woche kommt eine liebe Freundin, die uns im Haushalt hilft. Noch etwas: Ich koche auch nicht mehr jeden Abend. So perfekt wie damals, als ich „nur daheim“ war, ist es bei weitem nicht. Von dem musste ich mich verabschieden. Zum Glück ist das meinem Mann und meinen Lieblingen egal. Es ist ein Kompromiss, unser Kompromiss, mit dem wir gut leben.

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Natürlich ist es mir klar, dass wir enorme Glückskinder sind. Ich bin wirklich sehr dankbar dafür. Die Hilfe der Großeltern ist nicht selbstverständlich. Oft leider geografisch und berufsbedingt auch gar nicht möglich. Trotzdem findet hoffentlich jede Familie den für sie optimalen Weg. Den optimalen Weg für die Mutter. Den optimalen Weg für den Vater. Den optimalen Weg für die Kinder. Schließlich wollen wir alle nur das Beste für unsere Lieblinge.

In diesem Sinne: Egal ob Hausfrau oder Working-Mom, das Um und Auf ist eine glückliche Mama. Wie seht ihr das? 

PS: Details über mich, das Alter meiner Mädis, meinen Mama Blog etc. findet ihr hier.
PPS: Hat euch die Geschichte gefallen? Dann würde es mich sehr freuen, wenn ihr sie auf Facebook oder Instagram liked.

 

 

5 Comments
  • Eve
    Posted at 11:15h, 21 Juli Antworten

    Super geschrieben! 🙂 Ich bin auch der Meinung Hauptsache die Mutter ist glücklich, dann sind es auch die Kinder!
    Wie lange warst du dann beim 3 Kind Zuhause?
    Hast du gar keine Putzfee?

    • verena
      Posted at 13:22h, 21 Juli Antworten

      Liebe Eve! Ich habe eigentlich neun Wochen danach wieder angefangen, geringfügig und das waren in meinem Fall drei Stunden pro Woche. Das geht, glaube ich 🙂 Ja, ich habe nette Freundinnen, die mir dabei helfen. Alles Liebe, Verena

  • Pamela Prohaska
    Posted at 12:45h, 21 Juli Antworten

    Ich glaube, es bleibt doch jedem selbst überlassen, wie lange man Zuhause bei den Kindern bleibt. Sofern es finanziell machbar ist, sollte es die Entscheidung jeder einzelnen Familie sein. Leider gibt es einerseits zu wenig finanzielle Absicherung für Hausfrauen und Mütter – da diese „Arbeit“ ja noch immer nicht als solche gesehen wird und sich bei den Pensionszeiten kaum eine Rolle spielt – um selbstbestimmt darüber entscheiden zu können, wie lange man sich rein der Familie widmen möchte und andererseits muss ich immer wieder die Erfahrung machen, dass es „aus der Mode“ gekommen ist, sich über mehrere Jahre hinweg nur der Familie zu widmen. Ich zumindest werde immer wieder schief angesehen, wenn ich sage, dass ich Zuhause bleibe, bis unser Jüngster 4 Jahre alt ist. Schade eigentlich, denn ich finde Seitenhiebe wie „dass es ja genug Betreuungseinrichtungen gibt“ eher schade, denn nichts ist so wichtig, wie die Familienbande. Ich bewundere aber jede Mutter, die den Spagat zwischen Familie und Job meistert. Ich wäre noch nicht bereit dazu.

    • verena
      Posted at 13:28h, 21 Juli Antworten

      Meine Liebe! Mich stimmt das traurig, dass du schief angesehen wirst und es Seitenhiebe gibt. Was ist mit leben und leben lassen? Jede Familie soll das machen, was für sie richtig und auch finanziell machbar ist. Ich finde es toll, dass du so lange daheim bleiben willst und kannst. Wichtig ist, dass die Mama glücklich ist oder? Bussi Verena

  • Britta
    Posted at 13:01h, 10 Juli Antworten

    Auch hier ist es glaube ich nicht einfach, trotz Kommentare anderer, für sich den besten Weg zu finden.
    Nach Kind 1 musste ich des Geldes wegen nach einem Jahr wieder arbeiten. Zum Glück hat meine Schwiegermutti den Kleinen 1 Jahr lang betreut und mit 2 Jahren kam er in die KiTa.
    Das war der optimale Weg.
    Bei Kind Nummer zwei hat sich Omi das nicht mehr zugetraut und er ist mit 11 Monaten in die Krippe gekommen. Mein Mama Herz hat geblutet. Es ging, aber für mich war es nicht so schön vom Gefühl her.
    Deshalb auch die Entscheidung bei Kind Nummer 3, zwei Jahre zu Hause zu bleiben und ihn dann erst in die KiTa zu geben.
    Nur Hausfrau ist erstens nicht möglich bei uns und ich denke auf Dauer wäre mir das auch zu wenig. Weniger Stunden zu arbeiten wäre vielleicht schön, aber im Moment leider auch nicht machbar (Hausfinanzierung)
    Ich arbeite 30 Stunden pro Woche, jeden Tag 6 Stunden. Die Kinder sind in der Zeit in der Schule bzw. im Kiga. Einzelne Tage macht die Oma, auch mal Krankheitsbetreuung.
    Ich gehe gerne arbeiten und den Kindern fehlt nichts, da ich ja wieder da bin am Nachmittag. Meine Zeit für mich bleibt da ein wenig auf der Strecke, aber je älter die Kinder werden desto mehr Freiraum bleibt mir.

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