Ich mag keine Spielplätze oder „nicht mögen“ ist wahrscheinlich noch schmeichelnd ausgedrückt. Nimmt man die Hälfte der dort in fünf Minuten gefallenen Schimpfworte her, trifft das meinen Gemütszustand eher. ABER: Ich liebe meine Kinder, schiebe manchmal alle Bedenken und Vorurteile zur Seite und gehe trotzdem hin. Heute gibt’s meine fünf Highlights oder mehr über die Spielplatz-Mafia! Ganz nach dem Motto: Täglich grüßt das Murmeltier! Fühlt ihr mit mir oder bin ich paranoid? 

Die Spielplatz-Mafia – meine Highlights:

Nach einer zwei- bis dreimonatigen Spielplatz-Abstinenz holt mich das schlechte Gewissen wieder ein und ich denke mir, es wird besser. Vielleicht bin ich nur überempfindlich und ängstlich, Spielplätze inkl. Schimpfwörter, hohen Geräten, Eltern, Großeltern, Tanten und Patentanten sind bestimmt nicht so schlimm…. Doch egal ob Jeremy’s Mama, Jamie’s Tante, Fritz, Matilda oder Lukas – mein ewiges Learning: ich bin zu wenig abgebrüht und unspontan und hoffe, euch geht es besser!

Spielplatz-Mafia Spielplatz-Burnout MamaWahnsinn#1 Die ewige Suche nach einem Kind 
Unabhängig von allen anderen und ganz alleine mein Problem: Sind wir einmal am Spielplatz, gibt es kein Stopp mehr. Ständig bin ich auf der Suche nach einem Kind und nie habe ich alle im Blickfeld. Das ist angesichts der restlichen 200 jüngeren und älteren Besucher eindeutig nichts für meine Nerven.

„Geht mit niemanden mit! Lasst euch nicht mit Tieren locken! Nehmt keine Süßigkeiten an! Geht im Winter bitte nicht wieder schwimmen…„, im Auto folgt jedes Mal aufs Neue die obligatorische Standardpredigt. Die zwei Großen finden sich schon alleine zurecht, schwer geht es derzeit mit der Mini und dem kleinen Mann – die Interessen sind ziemlich unterschiedlich, alleine kann ich keinen von beiden lassen.

Bei der schweißeintreibenden und unbeabsichtigten Suche nach der Mini hat mir letztens eine andere Mama geholfen: „Sie ist mit meinem Mann und meiner Tochter bei der Schaukel. Unsere Kinder sind ja zusammen beim Tennis!“ AHA! Tausend DANK auch hier dafür!!!!

#2 Sich vordrängende Kinder
Ihr wisst, ich bin alles andere als lehrmeisterhaft beziehungsweise sehe ich es nicht als meine Aufgabe, anderen Kindern die Grundregeln der Höflichkeit bis hin zum Nimmerleinstag zu erklären oder sie gar zu bevormunden. Ich weiß, andere Mamas machen das, ich nicht.

Es sind leider nur Ausnahmefälle, jedoch bei jedem Spielplatzbesuch treffe ich mindestens eine Ausnahme, wenn nicht zwei… Ein Kind kommt immer unabhängig von den bereits anstehenden Kindern her, tut so als ob er/sie den Rest nicht gesehen hätte, nimmt dem gerade absteigenden Kind die Schaukel recht bestimmend aus der Hand und schaukelt. 

„Die anderen Kinder haben hier schon länger gewartet. Hast du sie nicht gesehen?“, werden meine Einwände ignoriert. Doch ich bin nicht alleine: Auch die Statements der wartenden Kinder und der anderen Mamas werden bewusst überhört. Das macht mich dann ratlos und traurig und leider hilft hier oftmals nur eine Erklärung an die restlichen wartenden Kids:  „Kinder, das ist nicht in Ordnung. In der Regel stellt man sich an und wartet!“ Tja…

#3 Sich vordrängende Eltern
Aber Eltern oder erwachsene Personen, die sich vordrängen? Ja, auch das gibt es und gerade wieder gehabt. Ich stehe dann so hilflos, sprachlos und perplex daneben, dass mir leider nichts einfällt. Spontan wie ein Toastbrot, würde mein lieber Mann es treffend benennen. Ich bin viel, aber leider keinesfalls spontan.

Doch zurück zur Story: So gab es letztens eine Reihenfolge und alle Kinder haben es sich ausgemacht, wer, wann schaukelt. Nach meinen Lieblingen wäre ein kleines Mädchen dran gewesen. Als die Schaukel zum Tausch frei wurde, visierte sie jedoch eine andere Mama an, sie kam flott und setzte ihre zwei Jungs ziemlich dreist hinauf. Es kann ja sein, dass sie das Mädchen nicht gesehen hatte – ich fragte deshalb ähnlich wie bei den Kindern zuvor nach. Sie hörte mir zwar zu, drehte mir allerdings bewusst den Rücken zu und schaukelte ihre Buben an. Nicht kurz, sondern ewig lange. Die kleine wartende Maus stand daneben und sah mich mit traurigen Augen unverständlich an.

Was tun in dieser Lage? Ich habe es – auch neben diesem Mädchen – und für alle hörbar nochmals laut erklärt und gesagt, dass das Verhalten mancher Erwachsenen leider auch nicht in Ordnung ist und man sich nicht vordrängen soll…

Genützt hat es nichts. Nach fünf Minuten ging die kleine enttäuschte Prinzessin mit einem hängenden Kopf weg. Die Mama und ihre zwei Kinder schaukelten noch immer.

Spielplatz-Mafia Spielplatz-Burnout MamaWahnsinn#4 Welche Regel gilt? Wie lange darf geschaukelt werden?
Hier wären wir schon beim nächsten Punkt. Wie lange darf man schaukeln oder am Gerät bleiben? Was ist in Ordnung und für alle verträglich? Und was ist zu viel? Das ist immer so ein Für und Wider und nie macht man es richtig.

Gefühlt kommt es mir so vor, dass ich meine Kinder immer zurücknehme und sage, sie sollen die anderen lassen, es reicht etc. „Mama, wir sind immer kürzer als die anderen dran!“, gab es schon den Einwand. Tja, mit der Stoppuhr bin ich noch nie dort gestanden, sollte ich aber vielleicht mal tun. ;-)

#5 Immer essende und immer hungrige Kinder
Einen Spielplatz ohne Essen gibt es nicht. Mein Problem: Da ich so selten dort bin, vergesse ich immer auf dieses sehr wesentliche Detail. Meine Kinder betteln dann die anderen Eltern an und schnorren sich durch. Einen Keks von der Mama, ein Stangerl von der nächsten, …. Mir ist das jedes Mal mehr als nur unangenehm und peinlich. Als sie letztens jedoch die noch immer bei der Schaukel stehende Mama und ihren nun essenden Kindern anvisierten und zu ihr laufen wollten, zog ich die Reißleine und schrie ich laut: „Kinder! Kinder! Wir gehen!!!!“ Ja, ich schrie. Und ganz egal, was die anderen von mir denken….

In diesem Sinne: In vier Monaten dann wieder, liebe Spielplatz-Mafia! 
Wie ist das bei euch? Seid ihr oft am Spielplatz? Habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder bin ich tatsächlich nur paranoid?

Spielplatz-Mafia Spielplatz-Burnout MamaWahnsinnPS: Details über mich, dem Blog und mehr Stories findet ihr hier.