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Helikopter-Mama

Ehrenwort! Wer will schon als Helikopter-Mama oder gar Drohnen-Mom bezeichnet werden oder sich als solche outen? Ich (ursprünglich) nicht. Obwohl mein lieber Göttergatte – scherzhaft oder auch nicht – öfters sagt, dass ich ab und an Hubschrauber-mäßig um unsere drei Goldschätze schwirre. Naja, ich nehme mich deshalb manchmal bewusst zurück und denke mir, dass sie es alleine auch können (müssen). Schließlich will ich nicht die Sorte von Mama sein, die jeden Schritt und Tritt genau beobachtet, immer dahintersteht und alles genauestens kontrolliert. Ich möchte meine Lieblinge zu kleinen selbstständigen Menschen erziehen.

So weit, so gut! Doch dann kommt er, dieser schreckliche Moment! Und alles wird in Frage gestellt! Tatsache! Am liebsten wäre ich zu einer Drohnen-Mama mutiert, hätte meine Flügel ausgepackt, aufgeschnallt und wäre geflogen! Das könnt ihr mir glauben! Warum? Lest kurz: Gemeinsam mit zwei lieben Freundinnen und unseren Kiddies sitzen wir in einem netten Café. Während die Großen spielen, ist meine kleinste Prinzessin mit ihren fast 18 Monaten sehr entdeckungsfreudig und neugierig, sie klettert neben uns unter einem großen Stehtisch herum. Ich trinke mein Wasser und lasse sie. Sie kann sich nicht wehtun und stört niemanden. Okay! Aber plötzlich kommt es, sie sprintet wie aus dem Nichts in Richtung Treppe, die ziemlich steil zu den Toiletten in den Keller führt, und bleibt einen bis zwei Meter davor grinsend stehen. Obwohl sie eigentlich für ihr Alter exzellent mit Stiegen umgehen kann (wir haben 27 Stufen in unserem Haus) und zusätzlich genügend Abstand hat, laufe ich ihr dennoch nach und hole sie wieder.

Dem Sonnenschein dürfte dieses Spiel gefallen, sie stapft noch weitere dreimal hin, bleibt wohlweislich immer ein bisschen davor stehen und grinst mich schelmisch an. Jedes Mal husche ich aufs Neue zu ihr, hebe sie auf, erkläre ihr, dass das gefährlich sein kann, und hole sie wieder zurück. Die anderen Leute im Café schütteln den Kopf, betrachten mich misstrauisch und flüstern hinter vorgehaltener Hand „Hektik und Theater umsonst! Helikopter-Mama!“ und „Das Kind geht eh nicht weiter!“

Während ich mir denke, dass sie eigentlich recht haben, setzt mein Augenstern erneut zu ihrem Spielchen an. Nichtsdestotrotz gehe ich ihr aber gleich nach diesem Gedanken nach. Sie steht grinsend da und wartet, wie angenommen, auf mich. Doch plötzlich und komplett unbegründet fängt sie an zu taumeln. Sie wackelt, verliert den Halt, purzelt auf den Boden, kugelt irgendwie weiter und fällt und fällt und fällt die ganze Stiege hinunter. 13 steile Stufen. Mein Herz rutscht mir in die Hose, ich bin um eine Sekunde zu spät bei ihr, kann sie nicht mehr einfangen oder aufhalten. Ich hätte alles gegeben, um ihr zu Hilfe zu fliegen. Unten angekommen schreit mein armer Schatz wie am Spieß, ich hebe sie auf und kann sie kaum und kaum beruhigen.

Drohnen-Mama-like oder nicht-Drohnen-Mama-like (das muss jetzt jeder für sich entscheiden) lasse ich meine zwei großen Mädis bei meinen Freundinnen, packe meine Kleinste zusammen und laufe mit ihr zu unserer Kinderärztin, die zum Glück ihre Praxis ganz in der Nähe hat.  Obwohl das Wartezimmer voll ist, nimmt uns die Ärztin sofort dran und untersucht meinen Goldschatz. „Entwarnung! Alles okay!“, sagt sie. Ich bin mehr als nur erleichtert, Vorwürfe mache ich mir jedoch noch immer.

In diesem Sinne: HUUUUUUUUHHHHHHHHHHH, vielen Dank liebes Schutzengerl! Ich hätte aber nichts dagegen gehabt, wenn ich in dieser Situation eine 100-%ige Helikopter-Mama gewesen wäre – voll und ganz!

 

PS: Details über mich, das Alter meiner Mädis, meinen Mama Blog etc. findet ihr hier.

1Comment
  • Anita
    Posted at 22:13h, 28 Januar Antworten

    Du Arme, das muss ein Schreck gewesen sein! Ich habe auch drei Kinder (7,4,18 Monate) und kenne das Gefühl- einerseits will man ihnen soviel Freiheit wie möglich geben, sie aber auch am liebsten vor allem beschützen. Meine Große will z.B. Jetzt alleine zur Schule laufen. Da muss ich auch loslassen lernen ☺️. Viele Grüße Anita

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