Homeschooling Tipps Lehrerin MamaWahnsinn

Homeschooling: Das rät die Lehrerin

Momentan ist alles anders. Die Schulen sind zu, die Kinder daheim und trotzdem sollen oder müssen sie lernen. Meine Mädchen (dritte und vierte Volksschule) sind im Moment noch sehr motiviert, dennoch ist es eine Challenge, neben einem angehenden Schulkind und einem zweijährigen Bruder, alles gewissenhaft und richtig zu erledigen. Doch ich bin bestimmt nicht alleine damit und habe deshalb eine Lehrerin zu Rate gezogen – sie verrät uns sieben wertvolle Tipps für das Homeschooling. Für uns. Für euch.

„Es ist ungewohnt für alle Beteiligten. Auch für uns Lehrer. Trotzdem ist es Unterricht und die Arbeitsaufträge sollten erledigt werden“, so Vera. Vera ist selbst Lehrerin in einer Neuen Mittelschule und lässt uns heute ihre Tipps und Tricks hier, damit es wirklich passt. Nicht Unwesentlich: Vera berichtet außerdem auf ihrem tollen Blog Zucker Puppen Chaos über ihr Leben als Stiefmama von zwei entzückenden Mädchen.

Homeschooling Tipps Lehrerin MamaWahnsinnWertvolle Tipps für Homeschooling

Zugegeben, ich habe mich davor noch nie mit Homeschooling befasst und bin diesbezüglich komplett ahnungslos. Lasse ich die Kinder alleine? Wann helfe ich? Kontrolliere ich alles? Wie erkläre ich dreistellige Divisionen, die ich damals eigentlich in einer anderen Art und Weise rechnen gelernt habe? Gerade deshalb bin ich so unendlich dankbar, dass Vera uns mit ihren wertvollen Tipps hier weiterhilft.

#1 Bewusstsein schaffen
„Es muss den Kindern klar sein, dass sie keine Ferien haben. Sie müssen momentan eben zuhause lernen, aber sie haben trotzdem Unterricht. Dislozierter Unterricht nennt sich diese Form und ist auch für uns Lehrer ungewöhnlich und für viele absolutes Neuland“, so Vera. „Aber sie müssen / sollten die Arbeitsaufträge gewissenhaft erledigen, wie sie es eben auch in der Schule, im Rahmen des regulären Unterrichts, tun würden.“

#2 Fixe Lernzeiten und Pausen vereinbaren
„Damit die Kinder auch genau wissen, wann sie sich mit den Schulsachen beschäftigen sollten, kann man fixe Lernzeiten vereinbaren. Hier bietet sich der Vormittag besonders gut an, denn da wären sie ohnehin in der Schule“, erklärt Vera und fügt hinzu: „Außerdem ist es vielleicht nicht so schlecht, damit man den ,Schulrhythmus‘ nicht ganz verliert. Ebenso ist es vermutlich eine Erleichterung für jene, die momentan im HomeOffice arbeiten sollen, wenn es diese fix vereinbarten Lernzeiten gibt. Unbedingt sollte eine Pause eingeplant werden, die allerdings auch zeitlich begrenzt ist, damit die Kinder sich auch darauf gut einstellen können.“

#3 Einen Arbeitsplan erstellen
„Je nach Lehrperson hat man unterschiedliche Lern- und Übungspakete bekommen. Einige mit genauem Datum versehen, andere wiederum nicht. Wichtig ist nur, dass an jedem Schultag etwas gemacht wird. Wer keinen genauen Plan bekommen hat, sollte sich selbst einen erstellen, damit man zumindest weiß, wann welche Aufgabe erledigt werden soll. Ansonsten steht man am Ende vielleicht noch vor vielen ungelösten Aufgaben und ist überfordert“, rät Vera und gibt einen weiteren Tipp: „Am Anfang der Lernzeit hilft es eventuell auch, wenn man sich die Aufgaben aussucht, die man machen möchte. Dann hat man einen besseren Überblick und kann sich darauf besser konzentrieren.“

Homeschooling Tipps Lehrerin MamaWahnsinn#4 Einen fixen Ort bestimmen
„Einmal Wohnzimmer, einmal Küche, einmal Kinderzimmer – keine so gute Idee. Ein fixer Platz, wo auch alle Schulsachen griffbereit liegen und man nicht durch viele andere Dinge abgelenkt wird, wäre meiner Meinung nach ideal“, so die Expertin.

#5 Zeit geben und Verständnis aufbringen
„Wenn es mal eine Situation gibt, in der die Kinder völlig überfordert sind, sollte man Verständnis aufbringen. Sie sehen nur, was noch alles zu erledigen wäre und können es kaum einschätzen, wie viel Zeit sie noch dafür haben. So ein Übungspaket für drei Wochen ist ja keine normale Hausübung und viel umfangreicher“, sagt Vera.
„Ebenso ist die Lernsituation für die SchülerInnen ungewöhnlich. Normalerweise werden Hausübungen zuhause erledigt, die überschaubar sind. Ich habe mich dann mit den Mädchen darauf geeinigt, dass wir einfach ausprobieren, wie es für uns am besten klappt.“

#6 Hilfe
„Hilfestellung sollte erst dann gegeben werden, wenn sich die Kinder wirklich gar nicht zurechtfinden. In den meisten Fällen haben sie ja ein Übungspaket mitbekommen, wo kein neuer Unterrichtsstoff zu erarbeiten ist. Erst wenn die Kinder es versucht haben und es immer noch nicht verstehen, sollte man helfen. Selbst arbeiten lassen, lautet hier die Devise – manche Schüler machen es gut, manche brauchen eben mehrere Anläufe, weil es besonders für die Kleinen noch ungewohnt ist. In der Schule sitzt der Lehrer auch nicht immer daneben, sie müssen auch verschiedene Aufgaben alleine bewältigen, so sollte es auch zuhause sein“, erzählt Vera. Danke dir für diesen Rat!!!

#7 Den Lehrer kontaktieren
„In den meisten Fällen ist es so, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre Kontaktdaten bekannt gegeben haben, um für Rückfragen der Schülerinnen da zu sein. Hier nur keine Scheu, wenn ihr wirklich nicht weiter wisst, kontaktiert die Pädagogen! Es ist ja auch unsere Arbeitszeit und wir helfen euch und auch den Kindern natürlich gerne weiter, können eventuell Tipps geben oder auch telefonisch etwas erklären“, so Vera und nimmt uns die Scheu: „Wir mussten auch in Windeseile diese Übungspakete zusammenstellen, die wenigsten haben damit wirklich Erfahrung und natürlich kann es sein, dass etwas dann für die SchülerInnen nicht ganz klar ist, was wiederum uns gar nicht wirklich bewusst ist. Also – keine Angst, meldet euch ruhig!“

In diesem Sinne: Danke dir liebe Vera für diese tollen Infos!!! Ich bin davon überzeugt, dass sie nicht nur uns helfen.

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Ihr Lieben, hüpft doch auch rüber zu Vera, ich mag ihren Blog und schätze ihre ehrliche Berichterstattung über ihr Leben als Stiefmama. 

Vera lebt im Gailtal in Kärnten und unterrichtet in einer Neuen Mittelschule.

 

 

 

PS: Details über meinen Mama-Blog findet ihr hier.

 

 

 

 

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