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Ich als Einzelkind-Mama oder komplett überfordert…

Nach einer Horrornacht mit ALLEM Drum und Dran – Details erspare ich euch – verbringe ich seit langem wieder einen ganzen Tag nur mit meiner großen Prinzessin. Den brauchen wir auch zum Auskurieren. Das ist bitter nötig. Theoretisch hätte ich ja ins Büro müssen, praktisch wäre das nur als wandelnde Leiche möglich gewesen, die sich nie mehr als 3 Meter von der Toilettentüre entfernt aufhalten dürfte. Das fällt dann eher in die Kategorie „KONTRAPRODUKTIV“.

Doch Glück im Unglück: Die Aufteilung der anderen zwei Mäuse funktioniert gerade deshalb reibungslos – Oma & Co. sind ja auf den Kinderdienst eingestellt. Ansonsten schaut es als dreifache Mama anders aus. Erholung für die Kinder – JA! Erholung für mich – EHER NEIN!

Meine große Zuckerpuppe und ich nutzen also diese ungeplante Zweisamkeit, liegen und kuscheln auf der Couch. Spätestens zu Mittag –  als alles schon besser und die Welt wieder gut zu uns ist – holt mich mein Goldschatz endgültig wieder zurück in die Realität. Sie fragt mich tatsächlich, ob ich mich noch an die Zeit erinnern kann, als SIE NOCH EIN KIND war. AHA! Die Spucke bleibt mir weg. Mein Mund wird trocken. Das eigentlich verschwunden geglaubte Gefühl in meiner Magengegend breitet sich wieder aus.  Zur Info: Sie ist nicht 15, auch nicht 10 – sie ist gerade mal 5 geworden! FÜNF Jahre alt! Ich möchte nicht wissen, was sie mich wirklich mit 15 fragen wird. Das kann ja heiter werden.* Unter diesen Umständen lassen wir die Zukunft lieber Zukunft sein und beschäftigen uns mit der Vergangenheit. Keine Sorge, ich kann mich – trotz meiner anhaltenden Schwangerschafts- und Stilldemenz – erinnern, an sehr viel sogar, nur aus den Kindheitserinnerungen mache ich besser Babyerinnerungen. 

Denn es war nicht immer alles easy, mit meinem ersten Baby schon gar nicht: Als mein damaliges Einzelkind vier Monate alt war (beziehungsweise kurz bevor ich wieder schwanger wurde), rief ich einmal um 9.30 Uhr am Vormittag verzweifelt meine Mama, auch Oma genannt, an und schluchzte ins Telefon: „Bitte kommen!“ Um 10 Uhr war sie dann da, in unserer damals ziemlich unaufgeräumten 70-Quadratmeter-großen Wohnung. Die eingetrocknete Kaffee-Tasse, das angebissene Käse-Toastbrot und der Orangensaft vom Frühstück tags zuvor standen noch am Wohnzimmertisch. Mahlzeit! Und ich lag – wie auch heute – verzweifelt mit dem Pyjama auf der Coach, ungewaschen und ungeschminkt. Der Clou: Ich war vollkommen gesund, jedoch komplett überfordert mit mir und dem kleinen Wesen. Stillen. Abpumpen. Stillen. Bekommt sie genug? Stillen. Wickeln. Aus jeder noch so kleinen Entscheidung machte ich eine Dissertation. Ich übergab die Kleine heilfroh meiner Mutter und verschwand für eine halbe Stunde im Bad. In der Zwischenzeit kümmerte sich Oma um die Maus und räumte nebenbei ein bisschen auf…

Doch keine Angst, ich habe schon bald dazugelernt und die Dissertation in die hinterste Ecke gelegt. Jetzt beim dritten Mädi ist es mehr oder weniger einfacher – ehrlich! Übung macht den Meister. Obwohl ich mich nach dieser Horrornacht erholen könnte oder besser müsste, fehlen mir die anderen zwei Goldschätze. Und wie! Meiner Großen übrigens auch. Ihr ist nach dieser Story nämlich fad und beim Stichwort Oma sind ihr die Marillenknödel eingefallen, die sie ihr versprochen hat, wenn sie wieder gesund ist. AHA! Eines ändert sich nicht, wie damals rufe ich meine Mutter an und sage: „Bitte kommen!“ Dieses Mal aus einer vollkommen anderen Motivation – sie soll mir meine Kinder wieder bringen. Ende gut, alles gut.

In diesem Sinne: Augen zu und durch! Schnell aus dem Bauch heraus entscheiden, nicht viel nachdenken, einfach tun. Wir geben alle das Beste für unsere Kleinen! Hoffentlich…

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* Meinem Göttergatten erzähle ich das erst gar nicht, er bekommt so oder so Panik, wenn er denkt, dass seine drei Prinzessinnen tatsächlich einmal erwachsen werden.

PS: Details über mich, das Alter meiner Mädis etc. findet ihr hier.

1Comment
  • Claudia W.
    Posted at 13:00h, 28 Mai Antworten

    Du sprichst mir wieder mal aus dem herzen. ?

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