„Waaaaaaaaaas? Du hast drei Kinder?“
„Wie schaffst du das?“
„Geht da nicht automatisch eines unter?“
„Kannst du allen Dreien gerecht werden?“

ÄHHHMMMM… Fragen über Fragen, mit denen ich oft konfrontiert werde. Doch funktioniert das eigentlich? Kann ich allen drei Kindern gerecht werden?

ÄHHHHHHHHHHHMMMMM… Um das näher zu erläutern oder anschaulicher zu machen, müssen wir bitte kurz in Marty McFly’s alias Michael J. Fox’s Wunderauto und gemeinsam ein paar Tage zurückspringen: Wir haben wieder Freitag, 6. Mai 2016, 15 Uhr. Weg von allen Routinen und Gewohnheiten, Real Life, wenn alles durcheinander kommt.

Willkommen in meiner Vergangenheit! Ich komme komplett übermüdet von der Blogfamilia aus Berlin zurück, wo ich ohne Anreisezeit 26 (!) Stunden sein durfte, Nettozeit quasi, brutto sah es anders aus: Da kam ich auf 36 Stunden (nur so viel: Abflug in Graz am Vortag um 6.00 Uhr). Dennoch hat sich die Bloggerkonferenz mehr als nur ausgezahlt, sie war sehr informativ, der Abend (oder besser die Nacht) mit den vielen anderen Bloggerinnen* und dem Spritz Aperol einfach nur spitze und laangeeee. Schlaf: wenig bis kaum.

Vollgepackt steige ich also um 15.00 Uhr aus dem Auto, meine Lieblinge warten schon beim Fenster. „Mama, Mama – endlich. Ich habe dich so vermisst“, schreit meine mittlere Maus und läuft mir entgegen. Die Taschen fliegen im weiten Bogen. Der kleinste Augenstern sieht mich ebenfalls, auch er kommt hergerannt. Leider ist die Zuckermaus just in dieser Woche krank geworden und ergo dessen nach einem Tag auf Mama-Entzug de luxe.

Die zwei Schätze drängeln, schupfen sich gegenseitig, klammern und lassen mich nicht mehr los. Trotz der kleinen Rangelei genieße ich diese Begrüßung. Es ist doch schön, heimzukommen und so willkommen geheißen zu werden. Solche Momente gehören eigentlich konserviert und in zehn oder fünfzehn Jahren wieder ausgepackt! „Mama, Mama!“, schon ist auch der älteste Liebling da! Mein Göttergatte nimmt meine Taschen und mit zwei kleinen süßen Menschen auf und einem knapp neben mir stapfe ich irgendwie ins Haus und schaue mich kurz um. ChaosHochDreizehn. Die Wäsche vom Vortag liegt herum, der Reiterhelm ist dort, wo er nicht sein sollte, das Wohnzimmer so oder so zur Toys’R’us-Filiale mutiert. Ich muss es ignorieren. Ebenso wie meinen Schlafentzug und meinen Hunger. Jetzt zumindest. Das hat Zeit.

„Mama, ich möchte mit DIR Memory spielen“, sagt das Sandwichkind bestimmend. „Mama, kannst du ein Buch vorlesen? Du warst soooo lange weg“, quengelt mein ältester Liebling. „Mamaaaaaaaaaaa, Mamaaaaaaaaaaaa, essen, essen“, jammert die Kleinste. Das nicht einmal. Nicht zweimal. Und auch nicht dreimal. Alles in der Dauerschleife. Non-Stopp, wie eine hängengebliebene Schallplatte! Meine Lieblinge sind auf Mama-Entzug. Und ich bin trotz Hunger und Müdigkeit auf Mädis-Entzug. Langsam versuche ich, mich zu sammeln und probiere, allen gerecht zu werden. Aber OH WUNDER: Es geht nicht. Zumindest jetzt nicht. Und schon gar nicht gleichzeitig.

Maaamaaaa! Maaamaaaa! Maaamaaaa!“ Während der ziemlich hartnäckigen Dauerschleifen-Memory-und-Buch-vorlesen-Jammerei wärme ich rasch eine Suppe für den kleinsten Sonnenschein und muss gleichzeitig aufpassen, dass kein Kind dem Herd zu  nahe kommt. Was sich nicht immer gerade als einfach erweist. Als dann das mittlerweile 21-monate-alte Baby-Madi in ihrem Stuhl sitzt und ihre Suppe isst beziehungsweise verteilt, lese ich der großen Prinzessin ein Buch vor. „Mama, das ist soooooo unfair. Ich hab dich als Erster gesehen und dich früher gefragt. Warum spielst du nicht mit mir?“, kommt heftiger Widerstand von meiner mittleren Maus. Stimmt eigentlich auch. Was soll ich nun sagen? Wie kontere ich? „Liebling, ich möchte nicht, dass die Kleine alleine bei Tisch sitzt und isst – ich lese deshalb in der Zwischenzeit deiner Schwester hier ein Buch vor. Setz dich bitte her und hör auch zu. Wenn wir fertig sind, spielen wir Memory. Versprochen!“, versuche ich, irgendwie die Kurve zu kratzen und sie zu beruhigen. Und ich habe Glück, sie lässt sich auf den Deal ein. Ich sitze mit zwei Mädis auf dem Schoß neben der essenden kleinsten Zuckerpuppe und lese also. Ganz nebenbei bekomme ich drei Bissen Suppe ab! Halleluja!

Beim Memory sieht es ähnlich aus: Während ich mit der mittleren Schnecke spiele, liegt das Baby-Mädi auf mir, die Große „hilft“ und steht mir bei, ich merke mir die Karten „alleine“ ziemlich schwer. ;-) Irgendwie versuche ich es, ich probiere zumindest, allen gerecht zu werden. Denn obwohl mein kleinstes Engelchen ziemlich klein und in Kombination dazu noch krank ist, darf ich nicht vergessen, dass meine zwei „Größeren“ trotz allem nicht so groß sind. Sie sind bald fünf und gerade sechs Jahre alt. Sie brauchen ihre Mama noch genauso. Zwar nicht mehr immer und überall, aber wenn sie wollen, dann darf ich da sein. Und ich bin es auch sehr sehr gerne.

Und was nie und nimmer außer Acht gelassen werden darf: Klar ist die Mama die wichtigste Person, aber sie haben auch sich und einen wunderbaren Papa. Sie haben eine kleine, eine große, eine kleine große und eine große kleine Schwester. Ich hoffe, dass das ebenfalls sehr wertvoll für sie ist und ihnen beim Großwerden und auch später hilft.

In diesem Sinne probiere und jongliere ich. Ob es immer richtig ist, weiß ich nicht. Dennoch will ich – wie alle Eltern – nur das Beste für meine Kinder. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ein, zwei oder auch mehrere Kinder. Wie schafft ihr das? 

 

PS: Details über mich, das Alter meiner Mädis, meinen Mama Blog etc. findet ihr hier.

*Es waren mehr als 120. Hier ein kleiner Auszug: Zwillinge: Einer schreit immer, Stadtmama, Die kleine Botin, Mami rocks, Gänseblümchen und Sonnenschein, Mini and me, Fräulein im Glück, Juramama, Sarahplusdrei und und und