Leben in der Großfamilie

Leben in der Großfamilie – ist es einfacher mit weniger Kids?

Zugegeben, die Überschrift klingt im ersten Moment vielleicht blöd, aber es war ziemlich schwer, alles in einem Satz unterzubringen. Im Prinzip geht es nämlich darum, wie es ist, wenn plötzlich ein oder gar zwei Kinder am Wochenende bei Freunden übernachten und wir von der Großfamilie zur Durchschnitts-Familie schrumpfen. Ist es komplett anders? Ist es deshalb ruhiger? Ist es weniger bunt oder wird es gar langweilig? So viel vorweg: Mit dem Ausgang dieser Story hätte ich in dieser Form nicht gerechnet. 

Eine Auszeit

Eine Auszeit für die Lieblinge oder eine kurze Auszeit für die Eltern? Unsere Mädchen hatten letztens die große Ehre, sie bekamen wahre Exklusiv-Zeit. Eine Prinzessin durfte eine Nacht bei ihren lieben Taufpaten übernachten. Konkret könnt ihr euch das dann folgend vorstellen: Die Maus wurde von vorne bis hinten und von hinten bis vorne inklusive aufblasbarem Einhorn, kleinen Gartenhandschuhen und und und… verwöhnt, umworben und gehätschelt. Insgeheim habe ich sogar befürchtet, sie will gar nicht mehr nach Hause. Tja, und ich hätte sie verstanden.

Doch Achtung, zurück zum Leben mit Geschwistern, in solchen Situationen ist nämlich Vorsicht geboten: Gerade bei mehreren Kindern MUSS darauf geachtet werde, dass sich alles in der Waage hält. Niemand darf offensichtlich bevorzugt werden, es soll keine Eifersucht entstehen, denn dann haben wir verloren und das wird bestimmt mindestens drei Wochen lang und eventuell im Sommer wieder vorgehalten und hinterfragt. „Mama, warum durfte ,SIE‘ woanders schlafen und ich nicht?“, diese Aussagen kennen wir. Im Gegenzug konnten die zwei restlichen Mädchen am nächsten Tag bei einer guten Freundin übernachten. Für meinen lieben Göttergatten und mich bedeutete das: Eine Nacht mit drei Kindern und eine weitere mit nur zwei Kids.

Drei- und Zwei-Kind-Eltern

Schnell zurück zur Anfangsfrage: Ändert sich etwas? Ist es anders mit „nur“ drei beziehungsweise zwei Lieblingen? Ich spanne euch nicht mehr länger auf die Folter: Zugegeben, es war anfangs vielleicht etwas ruhiger ohne unsere fehlende Prinzessin. Allerdings nicht sehr lange. Ich kann euch beruhigen, die Dynamik nahm hier ihren Lauf und die „übrig gebliebenen“ Lieblinge matchten sich, stellten ihr Können und Nicht-Können unter Beweis, kamen auf Ideen, die sie davor nie und nimmer hatten und bestimmt auch nicht vom Fernsehen kopiert haben, Pippi Langstrumpf ist harmlos dagegen. Es endete schlussendlich damit, dass sie darum stritten (um es schön auszudrücken), wer am Stuhl der abwesenden Maus sitzen darf. Ein nicht wesentliches Detail am Rande: Beide sind bei weitem zu groß dafür und zusammen schon überhaupt. Obwohl ich normalerweise immer versuche, konsequent zu sein, gab ich W.O. Mindestens fünfmal verbot ich die Übernachtungsparty bei der Freundin, schlussendlich war ich an diesem Tag aber froh, sie hinzuführen und den Abend mit nur zwei Schatzis und meinem Mann zu genießen.

Doch: Erneutes Halt! Von der Groß- zur Durschschnittsfamilie, das Leben mit nur zwei Kindern funktioniert bei uns ebenfalls nicht. Die Dynamik ist anders und das spüren die Kleinen. Auch die Heimkehrerin genoss es zu sehr, nur mit dem Bruder bei uns zu sein und schoss über das Ziel hinaus. Sie hatte ebenfalls Ideen, die sonst nie aufkommen. Sie fing an, den kleinen Bruder auf der Stiege herumzutragen, zu heben, auf die Couch zu setzen und und und…

Tja, was soll ich sagen? Im Endeffekt endete unser Wochenende damit, dass ich unsere Kinder frühzeitig abholte und die Freundinnen gleich mitnahm. Schlussendlich waren am Sonntag am Nachmittag acht Mädchen und unsere kleiner Bub bei uns und niemand hat gestritten. Fast niemand.

In diesem Sinne: Hier ist es zwar laut und bunt, aber genau das brauchen wir und ich würde um nichts der Welt tauschen wollen!

Leben in der Großfamilie mamawahnsinn

PS: Details über mich und meinen Blog etc. findet ihr hier.

Fotos: Denise Bouvier

1Comment
  • Dresden Mutti
    Posted at 07:52h, 28 Mai Antworten

    Spannend! Man sollte ja meinen, dass es dann echt ruhiger ist, wenn weniger Kinder da sind und man weniger Arbeit hat.^^ Es leuchtet aber auch ein, dass die Kinder sich ihrer Exklusivzeit bewusst sind und einen dann auch mehr fordern 😀

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