Geduldsprobe MamaWahnsinn

Mamakolumne: Die Geduldsprobe!

Die Geduldsprobe oder wie weit kann man eigentlich gehen? Was oder wie viel hält Mama aus? Wann läuft sie verzweifelt in die Besenkammer, lässt einen lauten (sehr, sehr lauten) Brüller los und steckt sich sozusagen als eigene Wiedergutmachung ein riesengroßes Stück Schoko in den Mund und schluckt es ohne zu kauen? (Ich so…) Ja, diese Geduldsproben sind wie das Salz in der Suppe oder die Rechtfertigung für die wohlverdiente vor den Kindern versteckte Schokolade im Mamaleben. Ohne sie könnte es glatt langweilig werden.  

„Bin ich im falschen Film?“, ist der erste Gedanke gefolgt von: „Nicht wirklich! Wo ist die versteckte Kamera?“ Bewunderung vor jeder Mama, die diese einmaligen Situationen nicht kennt und ein Extra-Lob an alle Kiddies, die ihre Eltern damit verschonen. Manchmal glaube ich, es ist eine Art Test – wie bei den Kleinen die Diktate, sind das die Geduldsproben bei uns. Und eine Besondere habe ich heute parat – im Nachhinein kann ich schon darüber lachen, weil schräger geht es nicht mehr… Der Nachteil: Es war weit und breit keine Schoko…

Geduldsprobe oder der falsche Film

Kurz zum Anfang: Meine vier Mäuse, meine Nichte und mein Neffe – oder gleich wir alle – waren auf einer tollen Motoryacht in Griechenland von lieben Freunden eingeladen. Nach einem ausgiebigen Frühstück hüpften die Mausis ins Meer, schwammen und hatten Spaß, die Besitzer legten sich in der Zwischenzeit kurz hin. Wenn man es nicht gewohnt ist, können sechs Kinder sehr, sehr laut sein…. Danke auch hier dafür.

Tja, und als ob wir es gewusst hätten… Nach vier Broten und 15 Minuten später kam schon das erste Kind und sagte, dass es Hunger habe. Zum Glück hatten meine Schwägerin und ich vorgesorgt, in der Tasche gab es etwas Obst und Kekse. Nun allerdings zu unserem Kaptialfehler: Den Rest haben wir leider am Balkon vergessen beziehungsweise der Fehler war jetzt nicht das Vergessen selbst, sondern dass ich das laut neben den Kindern zugegeben haben.

Wann dreht Mama durch?

„Wie weit kann ich gehen? Wann dreht Mama durch?“, war von nun an das Motto. Besonders ein Liebling blieb hartnäckig und dauerhungrig. Alle drei Minuten kam: „Mama, ich habe Hunger! Darf ich was Essen?“ Jedes Mal Salz für meine Schuldgefühle, wie konnten wir aufs Schiff und ich das Essen vergessen? An alles hatte ich gedacht, die Malsachen, Bücher, Taucherbrille, Schnorchel – alles war da, nur nichts mehr zu essen.

Ich wollte nicht unfreundlich sein und mich selbst bedienen, einerseits wusste ich, dass die Kinder nicht verhungern können. Seit dem ausgiebigen Frühstück waren noch immer nicht mehr als 45 Minuten vergangen. Dennoch: „Mama, ich habe Hunger! Ich will was Essen“ – in der Endlosschleife. Laut und immer lauter… Plötzlich stand die liebe Besitzerin vor mir und fragte natürlich sofort, was sie zubereiten kann. Sekunden später (und im Grunde nicht einmal eine Stunde nach dem Frühstück) war wieder etwas aufgetischt. Die Antwort des hungrigen Schatzes: „Dankeschön! Ich esse später, ich gehe jetzt schwimmen!“ BOOOOOOOOOOOOOOOOM!!!!

In diesem Sinne erübrigen sich da eigentlich dann die Worte. Nur: Warum habe ich auch die Schoko vergessen?
Kennt ihr diese Situationen?
Wie reagiert ihr? Was hilft euch? Tipps sind immer willkommen! 

 

Geduldsprobe MamaWahnsinn

PS: Details über mich, das Alter meiner Lieblinge, den Mama Blog etc. findet ihr hier.

2 Comments
  • Sabrina
    Posted at 21:55h, 16 September Antworten

    Kennen wir 🙂 die Kinder ohne Essen im Gepäck von der Kita oder dem Hort (wo sie ja eigentlich kurz zuvor essen) abzuholen, wäre ein Kapitalfehler und generell komme ich mir gelegentlich vor wie ein wandelnder Picknickkorb 🙂

  • Anja Okon
    Posted at 12:35h, 17 September Antworten

    Hallo,
    als Mama von sechs mittlerweile mehr oder weniger erwachsenen Kindern ist es mir mehr als einmal so ergangen. Irgendwann hatte ich davon die Nase voll. Mein Rezept: weder zum Spielplatz noch zu kleineren Ausflügen nahm ich etwas zu essen mit. Kein Kind verhungert, wenn es nicht pausenlos essen kann. Ausreichend Mineralwasser hatte ich immer dabei, aber weder Äpfel, noch Brote, noch Kekse. Die ersten 2-3 Mal waren anstrengend, danach war das Thema durch. Positiver Nebeneffekt: meine Kinder aßen zu den Mahlzeiten viel besser, weil sie eben nicht 10 Sachen zwischendurch bekommen haben. Das fängt ja in der Regel schon im Buggy an, da wird dem Kind ein Stückchen in die Hand gedrückt, noch bevor das Kind sprechen kann. Warum? Weil es dann noch 10 Minuten länger sitzen bleibt? Ohne Essen in jeder Lebenslage lief es bei uns viel entspannter.
    Liebe Grüße
    Anja

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