Ja, es gibt sie, diese besonderen „Morgen“, das „Guten Morgen“ der Kollegen um 7.30 Uhr im Office erübrigt sich dabei eigentlich, denn bis zu diesem Zeitpunkt haben sich bei uns zu Hause schon Dramen abgespielt – ja, Dramen. Das Anziehdrama, gefolgt vom Frisurendrama, dem Zahnputzdrama und dem Schuhdrama. Gerade letzte Woche hatten wir wieder einmal ein Beispiel par excellence. Sekündlich wartete ich auf den Schrei: „Versteckte Kamera! Alles nur ein Scherz!“ Allerdings weit und breit kein Schrei, sondern nur eine Schreierei.

#1 Das falsche Kleid

Angefangen hat alles mit dem falschen Kleid. „Das ist doch nicht mein schönstes Kleid. Ich sagte, ich will das schönste Kleid anziehen“, erklärt mir einer meiner Lieblinge, der stets top-gestylt sein will. Tja, ein Jeans-Kleid, das derzeit zwar sehr en vogue ist, reicht nicht. Mhm… Es muss ein Nude-färbiges mit einer dazupassenden Strumpfhose sein. Mhm… Von wem sie das wohl hat? ;-) Das nächste Problem ergibt sich parallel. „Rosarot. Ich liebe rosarot. Ich will nicht blau“, erklärt die klitzekleinste Prinzessin schreiend. Sie hat diesbezüglich auch schon ihre Wünsche und lässt sich von Papa nicht mehr das erstbeste sprich das oberste T-Shirt anziehen.

#2 Keine Socken

So weit, so gut. Zwischendrinnen beschwert sich die nächste Prinzessin über eine meiner Unarten. „Mama, warum drehst du die T-Shirts nie um. Immer muss ich das machen“, sagt sie und hat eigentlich recht. Beim Abhängen oder Herausnehmen aus dem Trockner verlässt mich manchmal die Muse und ich bin zu faul dazu. Schon tut sich das nächste Problem auf: Das arme Kind findet keine zusammenpassenden Socken, die sind nämlich auch aus. Spätestens jetzt gelobe ich Besserung und sag ihr, dass sie sich welche von der Schwester ausborgen soll. Glück für mich – es liegen nicht so viele Größen dazwischen.

#3 Das falsche Frühstück

Tja, die Kinder wären also mal angezogen – das nächste Problem bin ich. Das mag jetzt vielleicht komisch klingen, aber irgendwie kann ich meine Mädchen verstehen. Ich bin morgens ebenfalls mit der Anzieherei überfordert und hätte manchmal gerne jemanden, der mir alles herrichtet. Freilich etwas Stylisches. Das Leben ist aber kein Wunschkonzert oder doch ein bisschen? Während mein geliebter Mann so unfassbar entzückend ist und das Frühstück zubereitet, darf ich mich nämlich durch meinen Kleiderkasten wühlen und nach einer lässigen Kombi suchen, die ich sowohl im Office als auch später am Spielplatz anziehen kann.

#4 Frisurendrama

Stunden – nein, kleiner Scherz, exakt zwei Minuten später bin auch ich angezogen. Nun sind die Frisuren an der Reihe. „Bitte setze dich auf den Stuhl, damit ich dich frisieren kann“, sage ich zu  meiner großen Prinzessin. Einmal. Zweimal. Dreimal. Viermal. Beim fünften Mal etwas lauter, was sie wiederum komplett irritiert. „Du kannst es mir ja auch normal sagen“, brüllt sie mich an. Ja, könnte ich beziehungsweise habe ich es auch getan, nur hört mir dann halt leider keiner zu.

Der erste Frisur-Wunsch ist moderat, der große Sonnenschein will einen schlichten Pferdeschwanz. Anders sieht es bei der Klitzekleinsten aus, der ich meiner Meinung nach einen hübschen seitlichen Zopf gemacht habe. „Nein, ich will das nicht. Ich will eine Pippi-Frisur“, behauptet sie und schreit. Okay. Gegessen oder getrunken habe ich noch keinen Bissen, doch egal. „Mama, gib mir ein Wasser bitte“, meldet sich zwischenzeitlich die Midi-Maus zu Wort. „Mama, Pippi-Zopf mit rosarotem Haargummi“, schreit wieder die Kleinste. Tja, selber schuld – warum haben auch alle drei Mäuse lange Haare, frage ich mich insgeheim und überlege laut, allen einen Pagenkopf schneiden zu lassen. „Nein, sicherlich nicht“, kontert die Große.

So, während ich dann den Pippi-Zopf mit den rosaroten Gummis mache, esse ich schnell einen Bissen Brot. „Mama, ich möchte heute zwei geflochtene Zöpfe, wobei der eine in den anderen geht“, erklärt mir der nächste Goldschatz seinen Wunsch. Was meint die Prinzessin bloß? Ich mache ihr einen Französischen Zopf. „Mama, das meine ich nicht – verstehst du das nicht?“ Nein tu ich nicht.

#5 Zahnputzdrama gefolgt von den Schuhen…

In dieser Tonart geht es weiter, es folgt ein Zahnputzdrama und freilich auch noch ein Schuhdesaster. Sandalen bei Regen gehen halt einfach nicht. Nein, und schon gar nicht mit Socken.

Gefühlte Stunden später – also um 7.30 Uhr (!) war ich im Office. Was mich allerdings an diesem besonderen Morgen aufgeheitert hat, waren die Willkommens-Worte einer Kollegin: „Hallo – wer will was von uns? Wir sind Mütter! Wir haben es geschafft, wir sind in der Arbeit.“ YESSSS!!!

In diesem Sinne: Morgen wird es bestimmt besser! 

MamaWahnsinnhochDrei Mamablog Guten Morgen

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