Mehr Kinder braucht die Welt! Ein Brief an die Radio- oder Einzelkind-Mama!

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UIUIUIUIUI! Komplettes Neuland für mich und diese Seite! Gemeinsam mit Radio-Mama Jennifer Schrems starten wir die Reihe „MamaFrauenTalk“ und „gossipen“ ab und zu, das ungeniert und öffentlich. Gleich am Anfang beschäftigen wir uns mit dem Thema Einzelkind-Mama, Zwei-Kinder-Mama, Drei-Kinder-Mama etc. Den Startschuss mache ich mit einem Brief an Jenny und an alle, die sich betroffen fühlen. Ich freue mich auf euer Feedback!

Jennifer Schrems ist Moderatorin bei der ANTENNE BAYERN, sie ist verheiratet, ihr Söhnchen Theo kam im Jänner 2014 zur Welt. Ich durfte sie vor ein paar Wochen im Zuge des Liebster Awards „lesen“lernen und wir haben uns sofort sehr gut verstanden.


MEHR KINDER BRAUCHT DIE WELT
Ein Brief an Jenny Schrems und an alle Einzelkind-Mamas, die sich betroffen fühlen… 

Meine liebe Jenny!

Du überlegst, ob du früher oder später noch Geschwister für deinen süßen Theo haben möchtest und willst von mir wissen, warum ich oder besser wir (mein Göttergatte und ich – weil da braucht frau ja noch jemanden dazu) mehr Kinder als der Durchschnitt haben. Dieser Durchschnitt liegt nämlich in Österreich bei 1,44 und bei euch in Deutschland sogar nur bei 1,38. SCHRECKLICH! Aber eine Durchschnittsfrau war ich eh noch nie! Und du bist es auch nicht! Du bist besser!

Doch wo soll ich anfangen? Fakt ist es, dass ich immer schon Kinder haben wollte. Das stand für mich nie zur Debatte. Je nach Lebensabschnitt waren es mehr oder weniger. Während der Schulzeit zum Beispiel 4 – Mann gab es zwar dafür weit und breit keinen, aber ich fand es einfach lustig, wie es bei den kinderreichen Familys zu Hause zuging. Alle saßen bei Tisch, quatschten, stritten, hatten aber trotzdem ihren Spaß oder ihre Gaudi, wie wir es hier in Kärnten nennen. Zur Info: Mein Bruder ist 11 1/2 Jahre älter, wir sind quasi als 2 Einzelkinder groß geworden. Obwohl wir immer aufeinander zählen konnten und können, hatten wir nie die gemeinsamen Spiele, den gemeinsamen Schulweg oder die gemeinsamen Nachmittage mit allem Drum und Dran. Und das wünschte ich mir für meine damals noch nicht geborenen Kinder – deshalb auch ursprünglich 4. Weil mehr haben mehr Spaß.*

Später während der Studienzeit wurden 3 daraus – 4 wären doch ein bisschen übertrieben, dachte ich damals. Und: Mann gab es dafür auch noch immer keinen, zumindest keinen, mit dem ich mir das vorstellen konnte. Als ich dann zu arbeiten begann, verschob sich alles. Auch das Alter und wieder einmal die Anzahl. Das einzige, was sich geändert hatte: Ich habe ihn ENDLICH gefunden, den Vater meiner (zukünftigen) Kinder, meinen Göttergatten, den für mich (heute noch) absoluten Traummann. Ich wollte die Zeit mit ihm genießen, zweisam unabhängig sein und später dann so ab meinem 30. Geburtstag 2 Kinder haben. Für ihn war das auch vollkommen in Ordnung so.

Froh und unendlich dankbar bin ich darüber, dass es schlussendlich auch so reibungslos funktioniert hat. Das ist nicht selbstverständlich. Ich wurde rasch schwanger. Klar, ich war überfordert mit meinem kleinen Goldschatz. Stillen. Abpumpen. Wickeln. Krankheiten. Stillen. Aber für uns war es von Anfang an klar, dass sie nicht alleine sein soll. Es gibt nichts Wertvolleres als Geschwister. Klar hatte ich Bedenken, ob ich es schaffe oder nicht. Ob ich ein anderes Geschöpf so lieb haben kann, wie MEIN Baby. Jede Entscheidung hinterfragte ich 100.000 – nein 1.000.000-mal.

Eines kann ich dir aber aus Erfahrung sagen: Bitte denke nicht zu viel nach! Du kannst es! Du schaffst es! Auch ich habe dazugelernt. Nur im Vergleich dazu eine kleine Anekdote von mir:  Mit einem Kind war ich – wie du vielleicht schon weißt – komplett überfordert, habe nichts auf die Reihe gebracht, ungewaschen und ungeschminkt mit’n Pyjama in der unaufgeräumten Wohnung gehörten quasi zum Standard. Ein Jahr später war ich mit meinen 2 Sonnenscheinen (damals 17 Monate und 4 Wochen) um 8 Uhr in der Früh beim Bäcker, wir holten unser Frühstücksgebäck. Und nein, nicht im Pyjama – alle 3 hatten ein sauberes Gewand an. Irgendwie habe ich es geschafft, es hat einfach funktioniert. Die elendslange Hinterfragerei hab ich Gott sei Dank aufgegeben (ich hätte auch keine Zeit mehr dazu gehabt) und Übung macht schließlich den Meister.

Jetzt beim 3ten Mädi geht es mehr oder weniger noch leichter. Wie du vielleicht schon weißt, war sie ungeplant. Ungeplanter geht es in dieser Lebenssituation gar nicht mehr. Oft denke ich mir, sie hat sich uns ausgesucht. Sie macht uns komplett. Gerade jetzt probiert sie neben mir aufzustehen, lächelt mich an und ich lese ihr vor, was ich gerade schreibe. Verstehen tut sie es eh nicht, aber sie lacht. Ein Leben ohne sie – es wäre für mich unvorstellbar! Meine Kinder verkürzen mir zwar die Nächte, nichtsdestotrotz versüßen sie mir den Alltag und machen ganz nebenbei einen besseren Menschen aus mir!

Denk einfach nicht zu viel nach! Augen zu und durch! Aber: Setzt dich selbst nicht unter Druck und lass dich nicht unter Druck setzen! Ich bin mir sicher, dass du und dein Mann für euch und Theo die richtige Entscheidung trefft. Früher oder später. Gut Ding braucht manchmal Weile.

Alles Liebe,
MamaWahnsinnHochDrei  

*Den Blickwinkel der Mutter habe ich damals noch nicht betrachtet. Dafür war ich zu jung.

5 Comments
  • Mam Hochdrei
    Posted at 15:16h, 02 Juni Antworten

    Schön geschrieben! Auch für uns sind drei perfekt und machen uns komplett 😉

    Viele Grüße von
    Stephi (aka Mamahochdrei)

  • kathrin
    Posted at 21:03h, 02 Juni Antworten

    Toller Brief. Für uns war es immer klar-Matthias bleibt kein Einzelkind. Gleich nach der Geburt dachte ich über ein zweites nach-was bei einem Kind wie Matthias nicht schwer war. Denn schon mit 11 Wochen hat er beschlossen die ganze Nacht mit schlafen zu verbringen. Kind ausgeschlafen-Eltern ausgeschlafen-schnell noch heiraten und ab zur zweiten Schwangerschaft. Als sie jedoch geboren wurde war für mich mein Leben perfekt. Wir waren dankbar für zwei gesund kids und dann auch noch bub und Mädchen. Was will man mehr? ! Heute 4 und 2 lieben und hassen sie sich sind perfekte Geschwister. Genau wie ich es mir gewünscht hatte-denn meine Geschwister sind 20, 18 und 15 Jahre älter als ich. Respekt vor meiner mum, dass sie dann noch mal von vorne begonnen hat mit mir. Ob ein drittes kind noch kommt? Hmmm jetzt sind wir komplett und glücklich-jedoch wenn noch eines kommen will, ohne uns vorher zu fragen-dann her damit. Liebe zu vergeben ist noch genug da. In dem Sinne an alle liebe grüße und nicht zu viel denken. .einfach auf das Bauch Gefühl hören. Zu schaffen ist alles lg Kathrin

    • ve³
      Posted at 21:10h, 02 Juni Antworten

      Liebe Kathrin! Vielen, vielen lieben Dank für deine lieben Worte!!! Das 3te is unser Genussbaby:))) Liebe Grüße V

  • tanja
    Posted at 11:55h, 03 Juni Antworten

    Auch wir haben 3 kinder , und jeden tag bringen sie uns aufs neue zum lachen. (Sicher nicht nur zum lachen.) Aber wir finden es ist der schönste lebensabschnitt in unserem leben und mit drei kindern (16,12und 3) hält dieser lebensabschnitt auch etwas länger an. Gott sei dank den es ist ja der aufregendste spannendste und lustigste abschnitt. Also mamas habt mut die arbeit wird vielleicht ein bisschen mehr, aber was zurückkommt ist unbezahlbar und kein job oder karriere der welt kann dir etwas vergleichbares bieten. Lg tanja.

  • Ini Cyron
    Posted at 16:27h, 13 November Antworten

    Hallo, Verena,
    wie interessant, mir ist das fast identisch so gegangen – viele Kinder wollen, dann nach den Studium den richtigen Mann finden, nun sind´s drei Jungs (7, 5 und bald 3), und wir sind doch noch nicht fertig 🙂 .
    Dass es mit immer mehr Kindern immer leichter wird, ist exakt auch meine Erfahrung! Sie spielen so toll miteinander, das Haus ist viel aufgeräumter als nur mit einem Baby damals, und wir sind alle morgens fertig, wenn Abmarsch zur Schule etc, ansteht. Allerdings arbeite ich auch wieder Dreiviertel, und so muss es gehen. Geht auch wirklich! Viele können sich gar nicht vorstellen, dass ich bei nun drei Kindern mehr Freiraum habe als damals bei zweien! Abziehen muss man natürlich die Wäschemenge und die Termine … man fährt halt viel. Ich (Lehrerin) habe nun oft die Schulsachen im Auto. 🙂
    Liebe Grüße,
    Ini

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