Wehenfördernde Osterjause MamaWahnsinnHochDrei

MEINE wehenfördernde Osterjause

Kurz vor dem Geburtstag meiner Größten werde ich melancholisch: Damals hatten wir gerade das Osterwochenende. Nur waren wir nicht daheim, sondern beim ersten kurzen Gastspiel meines Göttergatten, damals noch Profisportler mit eigentlich sehr viel Freizeit, in Vorarlberg. Gewohnt haben wir in einer genialen Maisonette-Wohnung von den Bregenzer Festspielen, dort habe ich die letzten 4 Wochen meiner 1. Schwangerschaft verbracht.  Im Klartext bedeutete das:  Schlafen. Essen. Fernsehen. Shoppen. Essen. Schlafen. Lesen. Schlafen. Fernsehen.

Ich war trotzdem immer müde. Sehr müde sogar. Ich musste mich schließlich ausrasten – der Geburtstermin war zwar erst für Ende April angesetzt, doch frau kann nie genug vorschlafen. Aber unverhofft kommt oft – ich wurde fast 4 Wochen früher wachgerüttelt.

Doch warum so früh? Ihr wollt jetzt sicherlich wissen, wer oder was schuld daran war. Die Osterjause, behaupte ich schmunzelnd.  Ich schiebe den Schwarzen Peter noch immer gerne meiner lieben damals ebenfalls wegen ihres Eishockey-spielenden Ehemannes ins Ländle ausgewanderten Kärntner Freundin zu. Es war BESTIMMT ihr ausgezeichneter Eierkren, der dem Baby in meinem damaligen Bauch Dampf machte. Ich konnte das ganze Osterwochenende einfach nicht genug davon kriegen und löffelte ihn mit dem Suppenschöpfer. Weit weg von Kärnten, wo frau am Gründonnerstag Spinat nur auf extra Anfrage und dann ausnahmslos mit einem Tafelspitz serviert bekommt, muss die heimische Tradition schließlich gelebt und ohne Maß & Ziel verschlungen werden.

Falls ihr es noch nicht wisst: Gerade für Kärntner ist der ganze Firlefanz rund um Ostern besonders wichtig – heilig oder scheinheilig, auch wenn wir zwar das ganze Jahr nie in die Kirche gehen, zur Fleischweihe erscheint jeder! Schließlich müssen der Schinken, die Eier und der Reindling im trendigen Frühlingsoutfit (inkl. neuer Sonnenbrille und Handtasche) geweiht werden. Verstanden hat mich damals in Vorarlberg diesbezüglich nur meine Kärntner Freundin – der Göttergatte hatte wegen des letzten Finalspieles ausnahmsweise keine Zeit für mein Problemchen. Fleischweihe – was ist das, fragten uns die anderen, das besagte Spiel war für alle wichtiger. Meine Freundin und ich sahen ausnahmsweise darüber hinweg und  aßen in diesem Fall ein ungeweihtes Stück Schinken mit ganz ganz viel Eierkren. Und angeblich kann Kren wehenfördernd sein, behaupten zumindest einige. Ich weiß es aber nicht, war es der Eierkren oder doch was anderes? Mein Göttergatte und ich sind Gott sei Dank nach dem – natürlich gewonnenen – Spiel  bald heim. Ein bisschen später und unser 1. Mädi wäre zwischen Innsbruck und Kitzbühel auf die Welt gekommen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

In diesem Sinne: Beim ersten Kind ist alles anders!

Zwei Tage vor dem Geburtstag meiner Größten werde ich melancholisch: Vor 5 Jahren hatten wir auch gerade das Osterwochenende. Zwei Tage vor dem Geburtstag meiner Größten werde ich melancholisch: Vor 5 Jahren hatten wir auch gerade das Osterwochenende.

3 Comments
  • Eithne Knappitsch
    Posted at 17:22h, 05 April Antworten

    War gestern das dritte Mal hochschwanger bei der Fleischweihe… Und das als veggie? Vor fünf Jahren war ich schon in der 41. Woche… und Eierkren en masse hat mir leider nicht geholfen ? … Ich habe trotzdem noch eine Woche warten müssen ?
    Schöne Errinerungen ?

  • Daxi
    Posted at 13:48h, 06 April Antworten

    Ich hätte Dich verstanden, hier in Oberösterreich vermisse ich auch die tradition der Fleischweihe ( auch wenn ich selbst kein Fleisch esse) und als ich letzte Woche erzählte, ich wolle den Palmbuschen schmücken, wurde ich komisch angeschaut!

    liebste Grüße von einer Villacherin, Daxi

  • Ulrike
    Posted at 15:27h, 17 April Antworten

    also da muss ich schon zur Ehrenrettung der Oberösterreicher sagen, dass Palmbuschen und Speisenweihe – am besten mit Osterfeuer in der Osternacht – hier auch einen hohen Stellenwert haben, am allermeisten vielleicht das Eierpecken. 😉 kommt aber natürlich auf die Region /Stadt an.

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