Talk Anna frost Momfluencer mamawahnsinn

Momfluencer: Talk mit Anna Frost

Ihr Lieben, unser Momfluencer-Talk geht in die nächste Runde und ich freue mich, wieder einen ganz besonderen Gast hier am Blog zu haben. Niemand geringer als Top-Influencerin Anna Frost steht uns Frage und Antwort, sie gibt wertvolle Tipps und plaudert aus dem Nähkästchen. Mit den Kindern hat sich auch das Leben der Fashion- und Beauty-Bloggerin, die in Paris, Mailand und Berlin unterwegs war, geändert. Von der Influencerin zur Momfluencerin? Windeln in der Prada? Anna erzählt, wie es ihr dabei ergangen ist.

Anna Frost im Talk

Momfluencer Anna Frost Interview

MamaWahnsinn: Liebe Anna, zu Beginn einmal herzlichen Dank, dass du bei meiner Momfluencer-Reihe mitmachst und die Fragen beantwortest! Wobei bei es bei dir ja viel weitreichender ist. Dein Blog zählt zu den bekanntesten im deutschsprachigen Raum und du hattest ihn bereits vor deinen zwei Kindern. Wie lange hast du ihn tatsächlich und was hat dich damals motiviert, anzufangen?

Anna: Vielen Dank, liebe Verena, dass ich auch hier in dieser Reihe sein darf 😍 Ich blogge seit 2007 und seitdem ist mein Blog nicht nur mehrfach umgezogen, sondern hat auch den Namen gewechselt, hatte immer mal wieder wechselnde Redakteure und wechselnde Themenschwerpunkte. Was sich jedoch immer durchgezogen hat, waren Themen rund um Beauty und Meinungskolumnen oder Texte aus meinem Privatleben, meiner Gefühlswelt und mein Drang Texte zu schreiben, die in irgendeiner Form einen Mehrwert bieten.
Ich bin der klassische Typ „Hat als Kind schon gerne geschrieben“ und lebte in der Schülerzeitung dieses Hobby aus. Machte Praktika bei Zeitungen und hab da eine Menge mitgenommen. Das Bloggen habe ich dann einfach mal ausprobiert und bin irgendwie hängen geblieben 🙂

MamaWahnsinn: Mittlerweile hast du einen süße Tochter und einen entzückenden Baby-Buben. Dein Leben und auch die Themen haben sich geändert. Wie siehst du das selbst?

Anna: Das bleibt ja nicht aus. Dadurch, dass der Blog schon immer davon gelebt hat, dass ich erzähle, was bei mir so los ist, konnte man mir in den letzten 12 Jahren beim Wachsen und Älterwerden zusehen.
Ich bin von zuhause ausgezogen, in meine eigene Wohnung, habe mich von Männern getrennt, meinen jetzigen Mann kennen gelernt, ihn geheiratet, zwei Kinder bekommen – es gibt eine Menge Menschen, die mich seit den ersten Artikeln begleiten und das ist ein bisschen verrückt und gleichzeitig auch schön. Viele von ihnen sind mit mir älter geworden, bekamen Kids oder entschieden sich für einen anderen Weg und lesen dennoch immer mal wieder bei mir rein.
Die Themen haben sich flexibel angepasst. Aber das war für mich ein teilweise schwieriger Prozess: ich habe mich lange dagegen gewehrt, eine klassische Mamabloggerin zu werden und hing eine Zeit lang im Blogger-Limbus  – weder Hü noch Hott, vor und zurück.  Es fällt aber schwer, zwischen Windeln und Spucktüchern Richtung Paris, Mailand und Berlin zu schielen und die Beautytrends der Make-up Artists zu begutachten, während man es selbst gerade mal schafft das seit seit Tagen nicht gewaschene Haar mithilfe von Trockenshampoo zu einem Dutt zu knüddeln und sich die Babykeksreste vom Schlabbershirt puhlt.
Ich mag mir keinen Stempel aufdrücken und keine Schublade beziehen – ich denke noch immer, ich bin als Business Mom irgendwo dazwischen und such mir meine Nische für die Frauen, denen es ebenso geht.
Quasi die Frau, die die Windeln aus der Prada zieht. Ich erzähle einfach zu gerne Geschichten, sodass ich mich nicht gerne selbst einschränken mag.

MamaWahnsinn: Du bist vor ein paar Wochen neben dem Blog, YouTube, Instagram und Co. noch einen Schritt weiter gegangen und hast zusätzlich einen Online-Shop eröffnet. Du bietest wunderschönen Perlenschmuck an. Wie kam die Idee?

Anna: Das ist super aufregend und ist noch nicht so ganz greifbar für mich, obwohl ich meinen Schmuck sichtbar an meinen Händen und am Ohr trage 😂 Tatsächlich habe ich das der Community zu verdanken! Stilnest ist hier mein Partner in Crime und hat schon vorher mit Bloggern Kollektionen umgesetzt. Damals wurde ich angefragt, es passte für mich aber nicht zu diesem Zeitpunkt und ich hatte ablehnen müssen. Allerdings wurde mein Name wohl oft genug genannt als nächste Schmuckdesignerin, dass Stilnest ein weiteres Mal anklopfte.
Wir haben viel überlegt und probiert und nun die erste Kollektion mit einer doppelten Vergoldung, sowie Perlen kreiert. Es ist schon sehr cool, seine krummen Bleistiftzeichnungen in Echt zu sehen!
Meine Kollektion ist eine Hommage an die Frau, an die Mutter – so kam ich auch auf den Namen Gaia für die Kollektion. Ich mag es Geschichten zu erzählen und das tut die Kollektion.

MamaWahnsinn: Kurz zu eurem Familienleben, wie sieht der Alltag bei euch aus? Wie können wir uns das vorstellen? Die klassische Karenz gibt es ja beim Blog und Co. und dem Shop nicht.

Anna: haha 😉 Wir sind da recht normal und filmen ja auch für unseren Weekly Vlog. Aktuell ist alles jedoch etwas chaotisch, denn Jakob und ich arbeiten von zuhause aus.
Wir hatten mal ein Büro, was wir jedoch aus logistischen Gründen aufgelöst haben: nach dem Umzug in die neue Wohnung war der Weg  umständlich und einfach zu weit, später wurde ich schwanger und lag viel flach (Yey Hypermesis!), sodass wir das Homeoffice eingerichtet haben – das ist jedoch nun Rocketboys Zimmer und halbes Fotostudio 😂
Sobald der Bub in die Kita geht, muss auch wieder ein Büro her.
Jakob und ich haben ja noch eine Agentur mit der wir Kunden in Sachen Social Media und Influencer beraten. Gerade kam ein recht großer Kunde dazu und dementsprechend steigt der Arbeitsaufwand. Ich freue mich da richtig drauf! Ansonsten drehen wir in den Schlafpausen des Babies Themenvideos für YouTube oder ich schreibe. Als Mom lernt man irgendwann, seine Zeitfenster richtig zu nutzen 😉 Davon kannst du sicherlich ein Lied singen (und ich mir noch einiges anschauen!)!
Darum ist mir Familienzeit sehr wichtig. Sobald Emma aus der Kita da ist, versuche ich mit der Arbeit fertig zu sein und wir machen was schönes. Sie hat sehr viel Freude am Lernen und ist sehr wissbegierig, darum machen wir zb zuhause schon spielerisch ein paar Vorschulaufgaben, wir basteln viel, sind gemeinsam kreativ, phantasieren uns Geschichten zusammen und sind auch viel draußen.

MamaWahnsinn: Was mich noch interessiert: Du liegst auf Instagram bei über 70.000 Follower, aber du bist trotz des derzeitigen Hypes rund um die IG-Welt auch am Blog noch sehr aktiv. Wie sehen deine Prioritäten aus und warum?

Anna: Puh. Schwierig. Instagram ist eines der stärksten Medien seit geraumer Zeit. Es gibt viele Persönlichkeiten, die sich mit Instagram einen Namen gemacht haben und dort ganz solide performen und gut Geld machen. Ich persönlich merke natürlich auch den Umschwung und dass Agenturen und Kunden heute anders buchen, als vor drei Jahren. „Damals“ war es so, dass ein Blogartikel gebucht wurde und dann ein begleitendes Instagram. Heute wird eher ein Instagram gebucht und evtl. noch ein Blogartikel.
Allerdings merken Kunden, Agenturen und Partner mittlerweile auch, dass auf Instagram vieles Schall und Rauch ist und eine Million Follower nicht der Garant für einen totalen Abverkauf eines Produktes sind.
Für mich ist der Blog noch immer die Spielwiese, auf der ich mich austoben und meinen Gedanken freien Lauf lassen kann. Ich habe keine Zeichenbegrenzung und kann ausführlich und informativ schreiben. Da kam ich zuletzt bei Instagram an meine Grenzen.
Jedoch ist der Austausch auf Instagram mittlerweile intensiver – die Leute sind auf Blogs kommentierfaul geworden 🙂 Geben Dir lieber auf Instagram per Direktnachricht Feedback zu einem Artikel und wollen sich ganz persönlich mit Dir austauschen. Das finde ich wiederum echt schön!

MamaWahnsinn: Hast du ein paar Experten-Tipps für uns?

Anna: Haha 😉 so allgemein oder auf etwas bestimmtes bezogen?
Allgemein würde ich sagen: Finde deine Nische und versuch nicht jeden glücklich zu machen. Du kannst der saftigste, reifste, süßeste und am leckersten duftende Pfirsich sein – irgendwen gibt es immer, der Pfirsiche nicht mag.
Und Instagram: Stories sind mehr und mehr relevant, ebenso IGTV. Ich untertitle mittlerweile meine Stories, um sie einfacher zugänglich zu machen. Nicht nur für hörgeschädigte Menschen, sondern auf für Leute, die ohne Ton hören (müssen).
Auch empfehle ich ein wenig ans Storytelling zu denken bei Instagram Stories. Nix ist nerviger für den Zuschauer, wenn 4 nicht zusammenhängende Clips nacheinander kommen und mehr Fragen aufwerfen, als alles andere.

MamaWahnsinn: Abschließend würden mich noch deine Lieblings-Instagram-Accounts und deine Lieblings-Blogs interessieren? Verratest du sie uns?

Anna: Ich bin großer Fan der InstagramAccounts von Motsi Mabuse, Johanna Klum und Nela Lee. Drei Frauen, mit denen ich auch privat befreundet bin und die auf ihren Instagram Accounts andere an ihrem Mama Leben zwischen Karriere und Kind teilhaben lassen, auch schonungslos ehrlich sagen, was nicht läuft und auch mal an sich zweifeln. Ganz normal eben 😉
Ansonsten ist mein Feed zur Zeit voll mit Accounts zum Thema Handarbeit, Weben und Punchneedlen. Ich liebe Basteln und Werkeln und suche mir gerne zwischen stressigen Situationen so einen Ausgleich.

MamaWahnsinn: DAAAAAAAAAAAAAANKE, liebe Anna!

 

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch diese neue Talk-Reihe ebenfalls große Spaß bereitet – ich mag den besonderen Blick hinter die Kulissen. 

PS: Details über den Blog, mich etc. findet ihr hier.

 

 

1Comment
  • Dresden Mutti
    Posted at 14:17h, 08 März Antworten

    Tolles Interview und gleichzeitig ein guter Tipp. Da muss ich mal reinschauen 🙂

Post A Comment

%d Bloggern gefällt das: