Mompreneur: Susie von suestar

Es wird Zeit, ich habe heute wieder eine Mompreneur für euch – und natürlich, wie auch die tollen Damen davor, wieder eine ganz besondere. Susie Banfield-Mumb Mühlhaim, Mama eines 15-jährigen Jungens, hat ihr eigenes Label gegründet und designt entzückende Kindermode. 

Susie hat sich bereits vor acht Jahren selbständig gemacht. Sie hat einen Store in Klagenfurt und einen Onlineshop. Ihre aktuelle Kollektion – the seasideline – wurde großteils aus Baumwolle-Musselin in schlichten Farben gefertigt und lässt sich leicht mit dem Rest des Kleiderschranks kombinieren. Meine Mädchen und auch ich lieben die leichten Tellerröcke und auch die Outfits für den Herzensbuben sind mehr als nur entzückend. Ich wollte mehr über die Frau und Mutter dahinter wissen und habe sie deshalb zum Interview gebeten.

MOMPRENEUR Susie Banfield-Mumb Mühlhaim

 

Liebe Susie, bitte sei so lieb und erzähle uns von deiner Idee und deinen Anfängen. Wie ist es dazu gekommen?

Susie: Zu designen begonnen hab ich bereits vor 14 Jahren, genau zu dem Zeitpunkt, als mein Patenkind – mein kleiner Bruder – ein Jahr alt wurde. Ich wollte ihm zu seinem 1. Geburtstag etwas Besonderes schenken, wurde aber leider nicht fündig und so entstand das erste suestar-Shirt. Das – mittlerweile schon quasi legendäre – Flöckchen-Shirt! Meine Leidenschaft für Modedesign war entzündet und so folgten immer mehr Shirts, erst für meinen Sohn, meine Geschwister, in weiterer Folge für die Kinder meiner Freunde und schließlich für meine ersten Kunden. Das war im Jahr 2010 – suestar.designed with passion war geboren!

Behind the scences: Dein Sohn ist 15. Was ist dir als Mutter wichtig?  

Susie: Als Mama ist mir wichtig, dass sich mein Kind zu dem Menschen entwickeln kann, der in ihm steckt. Für mich als Mama bedeutet das auch, zu lernen, auch DAS anzunehmen, was nicht MEINEM Wesen, MEINEN Vorstellungen und Herangehensweisen entspricht. Das war nicht immer leicht (ein Vergleich meiner alten Schulhefte und jenen meines Kindes ist hier ein gutes Beispiel), aber je mehr man es versucht, desto mehr spürt man, wie unheimlich befreiend und bereichernd dies ist. Natürlich an manchen Tagen mehr als an anderen..

Wieder zum Beruf. Worauf achtest du beim Business?

Susie: Im Business hingegen versuche ich primär mir, meinen Vorstellungen und Zielen gerecht zu werden.  Meine Ansprüche an qualitativ hochwertige Arbeit und die Erfüllung von Kundenwünschen sind sehr hoch und verlangen zeitweise Einiges von mir ab, aber ich liebe es, schöne Mode und Drucksorten in der Hand zu halten und zu wissen, dass ICH das gemacht habe. Es ist mir wichtig, dass ich mich weiterentwickle, dass es in meinem Unternehmen keinen Stillstand gibt und dass ich so die Freude und Leidenschaft, für das was ich tue, nie verliere.

Du hast mittlerweile sowohl einen Store in Klagenfurt als auch einen Onlineshop – was war zuerst, wie entwickelt es sich? Gibt es deine Mode auch in anderen Shops? 

Susie: Der Shop war zuerst. Seit ich aber ergänzend zu meinen Produkten auch andere interessante Marken wie flexa, house doctor, filibabba, djeco, meri meri usw im Sortiment habe, war die Gründung eines Onlineshops unerlässlich. Auch wenn in meinem Fall der lokale Verkauf noch überwiegt, ist es meiner Meinung ohne Onlinepräsenz nicht möglich, erfolgreich zu arbeiten. Aus den Kundengesprächen geht zudem hervor, dass sich NEU-Kunden häufig vorab im Onlineshop einen Überblick verschaffen, aber (wenn es die Distanz zulässt) die Teilchen direkt im Shop abholen, um die Qualität zu spüren, ein Gefühl für die Größen zu bekommen und oft auch, um zu sehen, wer hinter suestar steckt 😉

suestar mamawahnsinn

Das klingt toll. Was hat sich in den acht Jahren in Bezug auf deine Kollektion getan? 

Susie: Ich hab mich weiterentwickelt, mein Stil und und meine Arbeit ebenso. Ergänzend durch die vielen Gespräche mit Eltern, Fashionbegeisterten, InteriorliebhaberInnen – sprich Gleichgesinnten  – hab ich mich dazu entschlossen, 2018 suestar.dwp ein makeover-Jahr zu schenken. Die neue Kollektion „the seaside line“ ist der erste Output hiervon.

Hast du Tipps als Unternehmerin, was ratest du Mamas, die sich selbständig machen wollen? 

Susie: Wenn Du für eine Sache brennst, im besten Fall ein finanzielles Pölsterchen für schlechtere Tage und ein gutes (Betreuungs-)Netzwerk hast, wage den Sprung einfach! Ja, es gibt Tage und Nächte, die (gefühlt) alles von einem abverlangen, es gibt Momente, in denen man alles in Frage stellt, aber die Selbstständigkeit gibt einer Mama auch Möglichkeiten, die Mütter in einem Angestellten-Verhältnis nicht haben. Und ich sehe als als hgPrivileg, wenn ich spontan unter der Woche mit meinem Kind oder auch alleine etwas unternehmen kann, ohne mich dafür rechtfertigen oder Urlaub ansuchen zu müssen.
Es wird immer Menschen in unserem Umfeld geben, die Selbstständigkeit als reine Belastung kombiniert mit finanziellem Risiko und dem Verlust jeglicher Freizeit sehen… Sie sagen dann gerne Sätze wie: „Wozu willst Du Dir das antun?“; „Ist das denn wirklich notwendig?“; „Du könntest doch so ein entspanntes Leben haben“ etc. Ich rate jeder Mompreneur in spe, sich von solchen Menschen nicht von seinem Plan abbringen, sich nicht klein machen zu lassen. Diese Menschen empfinden wahrscheinlich nicht diese Leidenschaft, etwas aus eigener Kraft zu erschaffen bzw etwas zu tun, das man von ganzem Herzen liebt. Sie kennen nicht das befreiende Gefühl, einen (beruflichen) Traum Realität werden zu lassen.

In diesem Sinne, liebe Susie, danke für deine offenen Worte und viel Erfolg! 

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PS: Details über mich, das Alter der Lieblinge, den Mama Blog MamaWahnsinnHochVier etc. findet ihr hier.

 

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