Huch, wie die Zeit vergeht… Meine große Prinzessin hat es letztens tatsächlich geschafft – ich war kurz sprachlos. Die sechsjährige Tafelklasslerin erklärte mir nämlich, dass sie gerne Taschengeld hätte – andere Kinder aus ihrer Klasse bekommen es schließlich auch. Tja, da denkt man sich eigentlich, dass gerade ich mich mit dieser Materie auskennen müsste, arbeite ich doch im „echten Leben“ in einer Bank. Da ich mich aber hauptsächlich mit Marketing-Maßnahmen für Privatkunden und Marktforschungen beschäftige, habe ich meine liebe Kollegin Kerstin* zu Rate gezogen, die mir dankenswerterweise viele wertvolle Infos gab und geholfen hat.

Aber Hand aufs Herz,  hätte mich mein Liebling nicht danach gefragt, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Gedanklich waren für mich zwischen den Wörtern Taschengeld und meinem kleinen Mädchen Milchstraßen oder gar Galaxien. Warum auch Taschengeld? Schließlich bekommt sie ohnehin alles, was sie braucht. „Ja – Taschengeld ist wichtig, es ist das ideale Instrument, um das Verwalten von eigenem Geld risikolos zu erlernen“, erklärte mir jedoch Kerstin. Denn es ist wichtig, junge Menschen von Anfang an auf den Umgang mit Geld vorzubereiten. Und noch dazu gerade heute, in einer Zeit, in der die Verlockungen der Konsumgesellschaft viele Leute finanziell aus der Bahn werfen. Mhm! Klingt eigentlich sehr vernünftig. Vor allem auch dann, wenn man weiß, dass rund 20 % aller Verschuldeten zwischen 18 und 24 Jahre alt sind. Eigentlich eine erschreckende Tatsache, denn nicht außer Acht gelassen werden darf, dass ja Kinder und Jugendliche von der Wirtschaft gezielt umworben werden.

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Ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll?

„Ich weiß, bei uns war das anders. Doch der Schuleintritt ist ein geeigneter Zeitpunkt, um die ersten eigenen Schritte in die Welt des Geldes zu wagen“, weiß Kerstin. Kinder können im Volksschulalter bereits ein Gefühl für Mengen und Größen entwickeln. „Der Blick für das Geld als Zahlungsmittel kann geschärft werden“, so Kerstin. Die Lieblinge sind in der Lage, kleine Beträge zu addieren und ein Verständnis für Preise und den Wert von Geld zu erlangen.

Wie viel Taschengeld ist richtig?

Selbstverständlich richtet sich die Höhe des Taschengeldes nach verschiedenen Faktoren – unter anderem nach dem Familieneinkommen, der Anzahl der Geschwister, der finanziellen Belastungen der Eltern, der Art der Verwendung und dem Lebensalter der Kinder. „Sinnvoll ist es, gemeinsam herauszufinden, welche Bedürfnisse im Lauf einer Woche entstehen“, erklärt Kerstin. Und es sei wichtig, mit den kleinen Schätzen zu sprechen, wie wichtig ihre Wünsche tatsächlich sind, und mit ihnen das Einteilen, das Verzichten sowie das bewusste Treffen von Entscheidungen zu trainieren.

Alter                   Euro pro Woche

6 – 8 Jahre       0,5 bis 2 Euro pro Woche

8 – 10 Jahre     2 bis 3 Euro pro Woche

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So ist das bei uns

Wir haben uns mit dem großen Schatz auf 1,10 Euro geeinigt. Sowohl mein Mann als auch ich möchten, dass unsere Prinzessin ebenfalls den Umgang mit Cents lernt und sie sie zu schätzen weiß.
Hach, und das Highlight schlechthin war ihre erste „Taschengeld-Errungenschaft“: Sie hat für sich und ihre Freunde ein Sackerl Gummibären im Hotel-Shop auf der Turracherhöhe gekauft. Tja, und dieses besagte Säckchen hat anstatt 2 Euro (so der Preis im Supermarkt) 4 Euro gekostet. :-) Immerhin hat sie vier Wochen dafür gespart!!!!

In diesem Sinne meine Lieben hoffe ich, euch mit diesem Beitrag weitergeholfen zu haben. Wie ist das bei euch? Bekommen eure Kinder Taschengeld? Ich freue mich auf euer Feedback.

 

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*Mag. Kerstin Schrittwieser beschäftigt sich in der Kärntner Sparkasse mit Kinder, Jugendlichen, Studenten und vielen, vielen mehr ;-) Sie war so lieb und hat mir die Infos zur Verfügung gestellt.