Mhm, tja, Theater im Kino gibt es das überhaupt? Eine passendere Überschrift wäre wahrscheinlich: Theater im Kino – unterwegs mit der Chaos-Mama oder Mama hat zu viel getrunken. Schön und gut, das hätte mir allerdings die Zeile oder das Layout gesprengt. Das wollen wir ja nicht, stimmen tut es dennoch, denn abgesehen vom tollen Film war unser Kino-Besuch etwas chaotisch, um es gelinde auszudrücken, und sollte im Sinne der anderen Kino-Besucher KEINESFALLS nachgemacht werden. 

Aber zurück zum Anfang: Meine zwei großen Mäuse und ihre Freundin möchten gemeinsam mit der Ballettschule ins Kino. Der liebe Film „Ballerina“ steht am Programm. Da ich zu dieser Sorte von Mama gehöre, die Kinder- und im speziellen Mädchen-Kinderfilme über alles liebt, und sich schon in der Zeit vor den Mädchen andere Kids fürs Kino ausgeborgt hat, hab ich die Gelegenheit gleich am Schopf gepackt und gesagt: „Ich gehe selbstverständlich mit!“ UND: ZUM GLÜCK!!!

Die Spannung im Kino

Gesagt, getan. Da sitzen wir dann in der zehnten Reihe, mit einem riesengroßen Popcornkübel und warten gespannt auf den Film, der eigentlich recht harmlos beginnt. Doch meine Mädchen und ihre liebe Freundin sind nervös, zittern mit – die Geschichte des Waisenmädchens geht ihnen sehr nahe. Alle drei kuscheln sich zu mir, zwei Sitze hätten wahrscheinlich auch gereicht. „Mama, wir müssen aufs WC“, sagen sie fünf Minuten nach Beginn. Tja, selber schuld, denke ich mir, ich hätte auch vorher fragen und mit ihnen gehen können. Und freilich müssen alle drei Mädchen. Wir stehen (relativ) leise auf, verlassen den Kinosaal und laufen schnell zu den Toiletten.

Ein paar Minuten später schummeln wir uns wieder an den Leuten vorbei und suchen unsere Plätze. Vielleicht nicht mehr ganz so leise… Die hübsche Ballerina ist mittlerweile mit ihrem Freund in Paris gelandet. „Mama, Mama, wir wollen nachhause! Wir haben Angst“, sagen die Zuckerpuppen weitere fünf Minuten später. Was soll ich jetzt machen? Tatsächlich gehen? Hinter uns sitzen noch kleinere Kinder und amüsieren sich. Das soll jetzt nichts heißen, trotzdem überlege ich kurz und tröste sie. „Warten wir die erste Tanzszene ab und schauen noch ein bisschen, wenn euch der Film dann noch immer nicht gefällt, gehen wir“, antworte ich.

Der Abgang

Die Lieblinge sind übernervös, zucken bei jedem lauten Ton. Als dann der streng wirkende aber im Prinzip sehr nette Ballett-Meister zur kleinen Ballerina sagt, dass er sie nicht in der Gruppe haben will, ist es für die Lieblinge genug. „Mama! Mama! Wir wollen nicht mehr – gehen wir bitte, bitte heim“, sagen sie nun, zitternd sogar. Warum sie deshalb zittern, ist mir schleierhaft, aber ich gebe nach und packe alle drei Ballerinas, alle Jacken und (fast) alle Kappen zusammen und wir schleichen uns aus dem Kino. Selbstverständlich wieder an den Leuten vorbei…

Beim Ausgang im unteren Stockwerk angekommen, helfe ich den Prinzessinnen schnell, sich anzuziehen. Mütze, Jacke, Schal, Handschuhe – wir sind im tiefsten Winter. Doch HALT! Meine Kappe ist weg und nirgends auffindbar. Sie muss also noch neben den Kinobesuchern, die wir eh schon mehrmals gestört haben, am Platz liegen. Kurz überlege ich sogar, sie einfach liegen zu lassen und dann später hier anzurufen. Wenn ich aber an die Kälte draußen denke, lege ich den Gedanken rasch ad acta und stapfe lieber wieder zum Kinosaal zurück. Natürlich mit allen drei Goldschätzen im Schlepptau.

„Lieblinge, ihr wartet davor – ich gehe schnell hinein“, sage ich ihnen und möchte, um nicht schon wieder aufzufallen, mich nur schnell hineinschleichen und meine Mütze schnappen. „Nein! Nein! Wir wollen mit – wir warten nicht alleine draußen, wir haben Angst“, erklären mir die Prinzessinnen unisono. Sodala, und als ich dann endlich zwischen den Stühlen meine Haube herausfische, stehen die Schätze ganz gespannt und mit glänzenden Augen bei der Stiege und schauen die wunderschöne Tanzszene begeisternd an. Hach! Da auch ich den Film eigentlich gerne zu Ende sehen würde, rudere ich zurück und frage: „Wollt ihr jetzt doch hier blieben? Allerdings gibt es dann nichts mehr, wir bleiben sitzen!!!“ „JAAAAAAAA!“, lächeln sie und schauen gespannt auf die Leinwand. Wieder schleichen wir uns auf unsere freien Sitze.

Wir halten zusammen :-)

Tja, die Mädchen sitzen den Rest des Filmes zwar sehr brav am Platz, jammern und zittern nicht mehr und viel wichtiger: Sie wollen auch nicht heim. Dennoch müssen wir nochmals aufstehen und die Leute erneut stören. Schuld ist kein Kind, nein… Schuld bin dieses Mal ich oder besser das viele Cola… Ich hätte nicht so viel trinken sollen… Freilich kommen alle drei Mädchen mit mir. Frauen halten schließlich zusammen! :-)

In diesem Sinne ihre Lieben, würde es mich interessieren, wie das bei euch so ist? Haben eure Lieblinge auch bei manchen Filmen Angst? Geht ihr auch heim? Wie handhabt ihr das?

mamablog Kinobesuch kino 3 mamablog Kinobesuch kino 4

PS: Details über mich, das Alter meiner Mädis, meinen Mama Blog etc. findet ihr hier.