Türkei: Das dicke Ende kommt zum Schluss I

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Eigentlich war dieser Urlaub für mich geschichtentechnisch schon abgehakt und ich hab bereits andere Storys für euch vorbereitet. Doch das dicke Ende kommt zum Schluss beziehungsweise 24 Stunden vorm Abflug: Das kann ich euch nicht vorenthalten, diese Geschichte ist wie ein schlechter Film. Und nein, ich habe sie nicht erfunden. Ehrlich nicht.

Aber der Reihe nach: Die großen 2 Mädis (bald 5 und 3 ½  Jahre) husten und hüsteln nicht mehr – wir haben einen Kompromiss und sie können entweder am Vormittag oder am Nachmittag in den Kinder-Club. Dafür wird mein kleines Baby-Mädi (bald 8 Monate) zum Sorgenkind, sie hat 38,5 Grad Fieber und es geht ihr nicht gut. Globuli, Nureflex und Co machen es nicht besser. Dankenswerterweise kommt zweimal täglich ein Arzt in den Club, ich starte mit meinem Mäuschen also hin. Die erste Diagnose: Das linke Ohr ist leicht rot, mit der Lunge passt aber alles. Trotzdem müssen wir zur Kontrolle ins Spital. Keine 10 Minuten später werden wir von einem Emergency-Auto abgeholt. Ich nehm‘ das Mädi auf meinen Schoß und gebe den Gurt über uns, Kindersitze sind überbewertet. Der Fahrer fährt mit uns im wahrsten Sinne des Wortes den schnellsten Weg ins Krankenhaus – einmal nimmt er doch tatsächlich den Zebrastreifen, um ein paar Meter zu sparen.

15 Minuten später sind wir da, natürlich in der Notfalls-Zone. Das Baby-Mädi und ich werden von einem Dolmetscher empfangen. Das relativ schöne Wartezimmer ist übervoll – Touristen aus aller Welt sind hier; ein Sprachen-Kauderwelsch aus Türkisch, Hochdeutsch, Bayrisch und Englisch. Es dauert nicht lange und der Arzt ruft uns (und den Dolmetscher) auf, er hört die Kleine ab, schaut ihr in die Ohren und den Mund. Die Diagnose des Hotel-Arztes wird revidiert – es klingt jetzt schlimmer: Eine Mittelohrentzündung und dazu Bronchitis. Doch dann der Hammer:  Das Baby-Mädi und ich müssen die Nacht im Krankenhaus bleiben, sonst bekommen wir keine Flugerlaubnis. Nebenbei wollen sie natürlich unsere Versicherungsdaten und meine Kreditkarte.

Ganz wohl ist mir bei der Sache nicht. Wegen einer Mittelohrentzündung – die ja beim ersten Arzt eigentlich nur ein leicht rotes Ohr war – im Krankenhaus übernachten? Ich will natürlich wissen, was sie tun würden. Also die Kleine müsse inhalieren, bekäme ein Antibiotikum und Nasentropfen – das ginge natürlich im Hotel auch, aber zur Stärkung wäre eine Infusion notwendig, erklären mir die 2. Komisch, denk‘ ich  mir – und das obwohl sie gerade im Wartezimmer gejausnet hat!?

Irritiert rufe ich unsere Kinderärztin an. Gott sei Dank erreiche ich sie – wie immer – gleich, denn mein Akku zeigt nur noch 15 Prozent an. Ich erkläre ihr kurz meine Bedenken, sie fachsimpelt dann mit dem Dolmetscher beziehungsweise dem Arzt und lässt sich auf keine Diskussion ein. Und tatsächlich wir dürfen fliegen, wichtig sind plötzlich nur noch das Antibiotikum, die Nasentropfen und das Inhalieren. Mit so viel Frauenpower haben die Herren nicht gerechnet, denke ich. Sie legt auf, für mich war soweit alles klar.

Doch nix da – die 2 lassen uns noch immer nicht gehen… Fortsetzung folgt….

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