Türkei: Das dicke Ende kommt zum Schluss II

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Kein Entkommen. Mein Baby-Mädi (bald 8 Monate) und ich im Krankenhaus – der Arzt und der Dolmetscher wollen, dass wir die Nacht dort verbringen. Die 2 großen Mädis (beinahe 5 und 3 ½ Jahre) plärren in der Zwischenzeit schon hysterisch bei der Omi, der netten Tante und dem lieben Onkel, die uns dankenswerterweise begleitet haben, im Hotel. Besonders das mittlere Mäuschen will stante pede zu mir – sie schläft lauthals schreiend mit ihrer vom Kinder-Club erhaltenden schwarzen Piraten-Maskerade  auf meinem Bettpolster ein. Und mein Handy-Akku zeigt nur mehr 10 Prozent an – Ladegerät hab ich natürlich keines mit.

Hartnäckig³. Aber der Arzt und der anfangs eigentlich sympathische Dolmetscher lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, sie geben nicht auf: Medizinisch ist zwar alles mit unserer Kinderärztin geklärt – wichtig sind das Antibiotikum, die Nasentropfen und das Inhalieren. Wir dürften theoretisch das Krankenhaus verlassen und am nächsten Tag fliegen.

Da kommt aber schon die nächste Hürde auf uns zu: Jetzt wird das Inhalationsgerät, das den Husten des Baby-Mädis bessern sollte, zum fast unüberwindbaren Problem. Da ich keines im Reise- oder Handgepäck habe, wäre es unverantwortlich, uns zu entlassen, sagen sie. Angefangen von Globuli, Schüssler-Salze, Nureflex für den Notfall, etc. – ich dachte beim Packen wirklich an fast alles, aber dieses Gerät liegt zu Hause im linken Küchenschrank in der dritten Lade von unten (und dort ganz rechts im Eck). Eigentlich kein Problem – denn NORMALERWEISE ist es überall erhältlich, nur in diesem Urlaubsort angeblich nicht und das vom Spital darf ich auch nicht haben. Mhhhh…

Doch da haben die 2 die Rechnung ohne mich gemacht: Spätestens im übervollen Wartezimmer sehe ich MEINEN Vorteil – ich mutiere zwar nicht zu Mamazilla, aber so schnell können die Herren nicht schauen und ich verwandle mich in meinen eigenen Dolmetscher. Zuerst diskutiere ich auf Deutsch und – damit mir noch mehr Leute zuhören – übersetze ich es gleich ins Englische. Eine deutsche Phrase. Eine englische Phrase. Eine deutsche Phrase. Eine englische Phrase. Nicht zu laut, aber dafür pointiert und sachlich! BINGO!!! Binnen 3 (!) Minuten sitze ich mit meinem Mädi wieder im Emergency-Transport und sie chauffieren uns zu einer Apotheke. Und oh Wunder, ihr werdet es mir jetzt kaum glauben, aber hier gibt es dann doch tatsächlich alle Medikamente und NATÜRLICH auch dieses angeblich schwer auffindbare Inhalationsgerät. Halleluja!

Ende gut, alles gut. Gekostet hat mich der Aufenthalt 250 Euro, auf der Rechnung sehe ich dann „Privatkrankenhaus“ stehen. Aha! Aber dafür geht es meinem Baby jetzt besser, das Fieber geht herunter – und das ist schließlich das Allerwichtigste!!

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FAZIT: Ich habe den Urlaub mit meinen Mädis, der Omi, der lieben Tante und dem netten Onkel trotz alledem genossen. Der Rückflug war noch ein bisschen anstrengend, aber nicht wegen meines halbkranken auf mir sitzenden Baby-Mädis – Start und Landung waren für sie übrigens kein Problem. Die 2 anderen machten mir größere Sorgen.* Aber was frau nicht umbringt, macht frau nur härter…

In diesem Sinne freue ich mich schon auf den nächsten Urlaub. Dann fliegen nicht mehr 4 Erwachsene und 3 Kinder, sondern 2 Erwachsene und 3 Kinder nach Fuerteventura. Größenwahnsinn³. Aber das ist dann eine andere Geschichte…KissKiss

* Das ziemlich widerspenstige Sandwichkind rechts neben mir klappte erst nach der strengen Aufforderung des Stewards hysterisch-schreiend das Tischchen vor sich hinauf. Und links neben mir saß meine jammernde große Prinzessin, die plötzlich beim Check-In-Schalter einen Schüttelfrost und Halsschmerzen hatte.

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